Oberengadin feilscht um Musikschule

Die Strukturreform im Kanton Graubünden wird mit grossen Schritten umgesetzt. Die Frage, welche Aufgaben die neuen Regionen übernehmen sollen, erhitzt die Gemüter. Im Oberengadin wehrt sich die Musikschule gegen die Statuten der Region Maloja.

Junge im Gitarrenunterricht

Bildlegende: Wer soll oder muss sich um die Fördergelder für die Musikschule kümmern? Keystone

Bislang laufen die Fördergelder für die Musikschule über den Kreis Oberengadin. In den Statuten der Region Maloja ist diese Aufgabe nicht mehr erwähnt. Musikschul-Präsident Jann Rehm ist genervt: «Das bedeutet, dass wir mit jeder Gemeinde einzeln verhandeln müssen.»

Das führe einerseits zu mehr Aufwand, andererseits seien die Unsicherheiten gross. So könne es sein, dass eine Gemeinde plötzlich die Gelder kürze, weil gerade weniger Schüler aus der Gemeinde unterrichtet würden.

Eine politische Frage

Der Präsident der Gemeindepräsidenten in der Region, Christian Meuli, verteidigt die Statuten. Die neue Region werde nur Verwaltungsaufgaben übernehmen und keine politischen. Wieviel Geld die Musikschule erhalte, sei aber eine politische Frage.

Dennoch betont Meuli, dass nicht das Ziel sei, dass die Musikschule mit jeder Gemeinde einzeln verhandeln müsse. «Wir müssen noch das richtige Gefäss finden.» Meuli denkt dabei an einen Zweckverband. «Die konsequente Lösung wäre aber eine Grossfusion der Gemeinden im Oberengadin.»

Am Mittwoch läuft die Eingabefrist für den Statutenentwurf der Region Maloja ab. Das Volk wird darüber entscheiden. Die neuen Regionen müssen ab Anfang 2016 einsatzbereit sein.