Allfälliges Olympia-Minus irritiert Bündner Parteien

Die Finanzkommission des Nationalrats schliesst die Übernahme eines allfälligen Olympia-Defizits durch den Bund aus. Auch das Bündner Kantonsparlament lehnt eine Defizit-Übernahme ab. Die Bündner Parteien sind irritiert, Regierungsrat Trachsel lässt sich nicht beirren.

Bern, Bundeshaus

Bildlegende: Die Signale aus Bern lösen in Graubünden überraschte Reaktionen aus. Keystone

Der Bund zahle eine Milliarde Franken an Olympische Spiele in Graubünden, aber keinen Rappen mehr. Das will die Finanzkommission des Nationalrats so. Der Bündner Volkswirtschaftsdirektor Hansjörg Trachsel nimmt diesen Entscheid locker: «Sie haben sich positiv geäussert.» Wie das Parlament über eine Defizit-Garantie entscheide, sei noch völlig offen.

Trachsel will die Defizit-Garantie nun nochmals mit dem Bundesrat besprechen. Er habe mit Sportminister Ueli Maurer telefoniert und werde ihn am Wochenende in St. Moritz treffen.

Das Bündner Kantonsparlament hat vor Wochen entschieden, dass ein Olympia-Defizit vom Bund getragen werden müsste. Dieser Meinung ist auch Regierungsrat Trachsel.

Gemischte Gefühle bei Bündner Parteien

Im Hinblick auf die Bündner Olympia-Abstimmung vom dritten März wirft der Entscheid der Finanzkommission Fragen auf: «Ich denke, das könnte schon dazu führen, dass die Leute verunsichert sind», sagt etwa der Bündner FDP-Fraktionschef Rudolf Kunz, dessen Partei die Olympiakandidatur unterstützt.

So sieht das auch SP-Präsident Jon Pult, ein vehementer Olympia-Gegner. Er freut sich: «Die Unentschlossenen werden spätestens jetzt auf der Hut sein und merken, dass sie sich an diesem Projekt die Finger verbrennen könnten».