«Olympia bringt dem Engadin zu wenig»

Der ehemalige Präsident der Bündner SVP, Jon Peider Lemm, hält nichts von den Olympiaplänen 2022. Die Spiele würden dem Engadin zu wenig hinterlassen. Mit seiner Meinung stellt er sich gegen seine Partei.

Jon Peider Lemm spricht an der Medienorientierung der neuen SVP Graubuenden zu den Journalisten. Bild vom Juni 2008.

Bildlegende: Der ehemalige Präsident der Bündner SVP Jon Peider Lemm will nicht von einem Hauskrach sprechen. Keystone

«Man hat es verpasst, über eine Umfahrung St. Moritz oder eine wintersichere Verbindung Sils-Maloja zu diskutieren», sagt Jon Peider Lemm. Beide Themen seien im Engadin sehr aktuell. Mit Olympia hätte man diese beiden Probleme lösen können, glaubt der ehemalige Präsident der Bündner SVP. Von den jetzt geplanten Verbesserungen beim Verkehr würden die Engadiner nicht profitieren.

Auch die Idee, Olympia auf Davos und St. Moritz zu beschränken, greife zu kurz. Zürich oder Flims-Laax hätten unbedingt eingebunden werden müssen, sagt Lemm.

Mit seiner Meinung stellt sich Lemm gegen seine eigene Partei. Diese hatte letzte Woche deutlich die Ja-Parole zur Olympia-Abstimmung am 3. März beschlossen.

Von einem Hauskrach will der ehemalige SVP-Präsident allerdings nicht sprechen. Er habe sich schon vor Jahren kritisch zu solchen Olympiaplänen geäussert. Auch sein Nachfolger Heinz Brand will nicht von einem Streit sprechen. Doch er fände es schade, dass Lemm seine Meinung nicht bei der Delegiertenversammlung geäussert habe.