Olympische Träume und Ängste

Olympische Spiele führen Graubünden in die Zukunft, weil sie den Wintertourismus beleben. Dies behaupten die Befürworter von St. Moritz 2022, Die Gegner warnen vor einem Klumpenrisiko für die Bündner Wirtschaft. Zukunftshoffnungen und -ängste dominieren die Abstimmungsdebatte.

Seit einigen Jahren leidet die Bündner Tourismuswirtschaft unter schwindenden Logiernächten. Aufwärts gehen soll es wieder dank Olympischen Winterspielen 2022. Für die Befürworter könnte die ganze Bündner Wirtschaft davon profitieren.

Die Kraft der Ringe

Olympia soll die Innovationskraft der Bündner entfachen, die Abwanderung der Jungen stoppen, das Leben in den Seitentälern verbessern und Werbung für den ganzen Kanton sein.

Der Sportanlass sei das richtige Mittel dazu, sagt Gian Gilli, Chef der Olympiapromotoren: «Niemand kann mir ein Projekt aufzeigen, das ähnliche gesellschaftliche und wirtschaftliche Impulse auslösen kann.» Gillis Problem ist jedoch das hypothetische «kann»: Spruchreife Projekte für die Bündner Wirtschaft existieren noch nicht. .

Illusion Grossprojekt

Für die Olympiagegner ist es ein Fehler, nur auf die Karte «Olympia» zu setzen. «So funktioniert Entwicklung nicht», sagt SP-Präsident Jon Pult: «Entwicklung entsteht an verschiedenen Orten, sinnvoll sind viele kleine dezentrale Projekte.»

Auch Pult hat ein Problem: Ein entsprechender Vorstoss der SP, die 300 Millionen Franken für Olympia für andere Projekte einzusetzen, scheiterte im Dezember im Grossen Rat.

Unklare Zukunft Graubündens

Die Debatte um mögliche Zukunftsprojekte für Graubünden ist mit Olympia 2022 lanciert – aber noch nicht geführt. Bei der Abstimmung am 3. März geht es deshalb auch um die Frage, welchen Vertretern man mehr Glauben schenkt.