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Preispolitik der Bergbahnen «Dynamische Preise sind keine guten Nachrichten für Konsumenten»

Sara Stalder, Geschäftleiterin Stiftung für Konsumentenschutz.
Legende: Der Kunde soll vergleichen können: Sara Stalder kritisiert flexible Ticketpreise. Keystone

Schnäppchenpreise und flexible Tarife, verschiedene Bergbahnen versuchen mit neuen Ideen mehr Gäste auf die Piste zu locken. Manche setzen auf massive Frühbucher-Rabatte, andere koppeln die Preise der Skitickets an verschiedene Parameter, wie beispielsweise die Nachfrage oder die Wetterprognose. Besonders solche flexible Preismodelle werden von der Stiftung für Konsumentenschutz kritisiert. Sara Stalder ist die Geschäftsführerin.

SRF News: Der Martk für Skitickets ist in Bewegung, das tönt nach guten Nachrichten für die Konsumenten?

Sara Stalder: Das muss man unterschiedlich anschauen. Wenn man einen fixen Preis hat für eine Tageskarte zum Beispiel, dann ist das gut. Wenn aber die Preise sehr dynamisch sind und nicht mehr berechenbar, dann ist das keine gute Nachricht.

Flexible Preise sind ihrer Meinung nach undurchsichtig?

Ein flexibles Preismodell ist sehr undurchsichtig. Konsumentinnen und Konsumenten verlieren völlig die Idee, was eine Tageskarte oder eine Bergbahnfahrt kosten. Man kann es nicht mehr vergleichen mit andern Angeboten. Es geht in die Richtung der Telekommunikationsangebote, wo man völlig den Überblick verliert.

Im Internet sind die Tagespreise bei verschiedenen Bergbahnen ersichtlich, eine gewisse Übersicht hat der Konsument also schon.

Das ist unterschiedlich bei diesen verschiedenen Angeboten. Manchmal hat man eine Übersicht, beispielsweise bei einem reduzierten fixen Tarif für eine Tageskarte. Man muss zwar den Tag festlegen, weiss aber genau was man bezahlt. Es gibt aber auch das andere, dass die Preise wetterabhängig oder sonst angepasst werden. Das heisst man hat überhaupt keine Ahnung mehr, was ein Ticket pro Tag kostet.

Was raten sie den Wintersportlern mit Blick auf die nächste Saison?

Zuerst ein Rat an die Bergbahnen: Sie sollen aufhören mit diesem dynamischen Preismodell, weil das eine Retourkutsche geben wird, die Leute werden das auf die Länge nicht goutieren. Bei den Konsumenten ist es so, dass sie halt doch vergleichen müssen und allenfalls sogar bei der Station nach den günstigsten Preisen nachfragen müssen.

Das Gespräch führte Silvio Liechti