Pro Natura: Vorsichtige Kritik am Adula-Projekt

Pro Natura ist nicht mit allen Rahmenbedingungen rund um den geplanten Nationalpark zufrieden. Dennoch fällt die Kritik der Umweltorganisation verhalten aus. Das Projekt sei zu wichtig, um ihm Steine in den Weg zu legen.

Nebelverhangene Berglandschaft

Bildlegende: Das Rheinwaldhorn im Gebiet des neuen Nationalparks. Pro Natura / Raphael Weber

Im Jahr 2000 lancierte die Umweltorganisation Pro Natura die Aktion «Gründen wir einen neuen Nationalpark». Von ursprünglich sechs Projekten, die sich daraus ergeben haben, ist mit dem Parc Adula noch eines übrig geblieben.

Im vergangenen Herbst haben die Initianten die «Charta Parc Adula» präsentiert. Diese regelt die Rahmenbedingungen im geplanten Park. Dazu gehören auch die Verhaltensregeln für Besucher.

An einer dieser Regeln stört sich Pro Natura. In der Charta steht, Kristallsucher sollen die offiziellen Wege verlassen dürfen. Eine Ausnahme, die kaum mit den Zielen des Parks vereinbar sei.

Park soll erst gegründet werden

Doch Pro Natura will nicht dagegen vorgehen. Der Park soll so umgesetzt werden können wie geplant. «Wichtig ist, dass der Parc Adula gegründet werden kann. Danach müssen alle Beteiligten die Entwicklungen beobachten, um gegebenenfalls einschreiten zu können», sagt etwa Pro-Natura-Präsidentin Silva Semadeni.

Grundsätzlich findet die Organisation, die Verantwortlichen hätten die Regeln zu ängstlich und damit zu wenig zugunsten der Natur erstellt. Pro Natura will ihnen aber keine Steine in den Weg legen.