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Wer was sagt und fordert – Stimmen und Einschätzungen zur Debatte
Aus Regionaljournal Graubünden vom 02.12.2019.
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PUK-Bericht Bündner Parlament kritisiert Kantonspolizei im Fall Quadroni

Viele im Parlament, quer durch alle Parteien, übten Kritik am Verhalten der Bündner Kantonspolizei im Fall Quadroni. «Unsere Polizei hat ein Führungsproblem», sagte beispielsweise Thomas Bigliel (FDP). Oder Conradin Caviezel, SP-Fraktionspräsident: «Man hat Adam Quadroni Unrecht getan. Punkt».

Der PUK-Bericht

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Bestellt hatte den Bericht das Parlament selbst. Hintergrund waren zum Teil schwere Vorwürfe in den Medien an die Adresse der Behörden in der Region. Der PUK-Bericht hat drei Polizeieinsätze gegen Adam Quadroni aufgearbeitet, die alle in Zusammenhang mit der angespannten Familiensituation des Whistleblowers standen.

Einen Beleg, dass die Polizei dabei von Mitgliedern des Baukartells im Unterengadin instrumentalisiert worden wäre, konnte die Kommission nicht finden. Hingegen listet der Bericht verschiedene Fehler der Kantonspolizei, der KESB oder auch des Sozialdienstes auf.

Scharf kritisiert wurde auch der Polizeikommandant Walter Schlegel, ihm wirft die PUK vor, die Gesamtverantwortung nicht genügend wahrgenommen zu haben.

Der Bericht der Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK) wurde letzte Woche publiziert. Er zeigt auf, dass bei mehreren Polizeieinsätze gegen den Baukartell-Whistleblower Adam Quadroni zum Teil schwere Fehler passiert waren. Heute wurden die Erkenntnisse im Parlament diskutiert.

Man hat Adam Quadroni Unrecht getan.
Autor: Conradin CaviezelSP-Fraktionspräsident

Der Bericht sei «minutiös» und «detailreich», für manche im Saal war der erste PUK-Bericht in der Geschichte des Bündner Parlaments dann aber doch zu ausführlich, wenn auch ein gutes Stück Arbeit. Der Grosse Rat konnte den Bericht samt Empfehlungen zur Kenntnis nehmen, zu entscheiden gab es nichts.

Polizeikommandant Walter Schlegel in der Kritik

In der Kritik stand insbesondere Polizeikommandant Walter Schlegel. «Es darf die Frage gestellt werden, ob der Polizeikommandant die richtige Person für diese verantwortungsvolle Aufgabe ist», sagte Fraktionspräsident Gian Michael (BDP).

Von gravierenden Führungsmängeln sprach Fraktionspräsidentin Vera Stiffler (FDP): «In der Privatwirtschaft würde man rigoros durchgreifen». Ein Rücktritt wurde aber nicht gefordert.

In der Privatwirtschaft würde man rigoros durchgreifen.
Autor: Vera StifflerFDP-Fraktionspräsidentin

Köpfe rollen zu lassen, sei eine schlechte Idee, erklärte SP-Regierungsrat Peter Peyer, seine Begründung: «Das Problem und die vorhandenen Schwächen werden nicht behoben, wenn wir einzelne Personen auf die Strasse stellen». Im schlimmsten Fall würden die staatlichen Institutionen dadurch weiter geschwächt.

Grosses Publikumsinteresse am PUK-Bericht

Die Tribüne des Grossen Rats war für einmal bis auf den letzten Platz besetzt, Leute sassen auf der Treppe oder verfolgten die Debatte stehend. Im Publikum auch der Betroffene Adam Quadroni und Polizeikommandant Walter Schlegel. Dieser erfuhr Unterstützung, zum Beispiel von seiner Partei, der SVP. Fraktionspräsident Roman Hug: «Wir sehen in keiner Art und Weise ein grossräumiges Versagen der Behörde, wie das oft aus dem PUK-Bericht abgeleitet wurde».

Wir sehen in keiner Art und Weise ein grossräumiges Versagen der Behörde.
Autor: Roman HugSVP-Fraktionspräsident

CVP-Vizefraktionspräsident Tino Schneider warnte davor, bei der Umsetzung der Massnahmen zu überborden. Ruedi Kunz (FDP) schliesslich widersprach dem PUK-Bericht und legte gleichzeitig seine Interessensbindung offen. Seine Kanzlei hatte einen Polizisten vertreten. Kunz sagte in Bezug auf den umstrittenen Polizeieinsatz, bei dem Quadroni in die Psychiatrie überführt wurde: «Der Zugriff in diesem Moment war wohl richtig», dies angesichts der Vorgeschichte.

Nach zweieinhalbstündiger Diskussion nahm der Grosse Rat den Bericht zur Kenntnis. Noch unklar ist, wie zufrieden das Parlament mit den Antworten der Regierung ist. Einzelne Parteien hatten im Vorfeld angekündigt, allenfalls Vorstösse einzureichen.

SRF 1, Regionaljournal Graubünden, 17:30 Uhr

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