Regierung wegen Laaxer Asylstreit in der Zwickmühle

Private Investoren und die Laaxer Gemeinde wollen mit einem Kauf verhindern, dass das Hotel «Rustico» zu einem Asylheim umgebaut wird. Der zuständige Regierungsrat Christian Rathgeb ist in einer Zwickmühle. Er weiss, dass alle Gemeinden mit Argusaugen auf die nächsten Schritte der Regierung schauen.

Hotel Rustico in Laax steht leer.

Bildlegende: Soll keine Asylbewerber beherbergen: Das leerstehende Hotel Rustico. Keystone

Der Laaxer Gemeindevorstand will der Gemeindeversammlung den Kredit von 600'000 Franken übernächste Woche zur Genehmigung vorlegen. Der Kauf des Hotels «Rustico» soll rasch über die Bühne gehen. Das Gebäude soll im Sommer saniert werden, wie die Gemeinde am Donnerstag mitteilte.

Der Kanton Graubünden aber hat mit dem derzeitigen Hotel-Eigentümer einen ab Anfang Juli laufenden Mietvertrag abgeschlossen. Mache der Kanton davon Gebrauch, werde die Fortführung des Hotels verunmöglicht und der Laaxer Tourismus in einer «wirtschaftlich sehr schwierigen Zeit noch mehr geschwächt», schreibt die Gemeinde.

Drei Jahre keinen Käufer gefunden

Betitelt ist die Mitteilung mit: «Laax engagiert sich für warme Betten». Nach der Sanierung soll das Hotel ab der nächsten Wintersaison durch die Laaxer Weisse Arena Gruppe betrieben werden. Deren Chef, der Bergbahn-Unternehmer Reto Gurtner, hat sich mehrmals öffentlich gegen die Nutzung des Hotels als Asylunterkunft ausgesprochen.

Der zuständige Bündner Regierungsrat Christian Rathgeb machte am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda deutlich, dass der Kanton an der geplanten Nutzung des Hotels festhält. «Wir haben einen ab dem 1. Juli gültigen Vertrag, und den wollen wir wahrnehmen», sagte Rathgeb.

Der Bündner Justizminister betonte, dass das Hotel in Laax während dreier Jahre zum Verkauf gestanden sei. Niemand habe sich dafür interessiert.