Region Prättigau kritisiert Regierung bei Gebietsreform

Aus den Kreisen, den Bezirken und den Regionalverbänden sollen ab 2015 elf Regionen entstehen. Dazu hat das Bündner Volk bereits Ja gesagt. Nun werden die Details geregelt und sie stossen bei den Regionalverbänden schon jetzt auf heftige Kritik. Jüngstes Beispiel ist Pro Prättigau.

Karte Kanton Graubünden mit eingefärbten Regionen

Bildlegende: Der Kanton Graubünden und seine elf neuen Regionen. zvg

«Wir befürchten, dass wir die Aufgaben, die wir heute erfüllen, nicht mehr wahrnehmen könnten», sagt Hans Peter Kocher, Präsident von Pro Prättigau. Heute seien die Gemeinden verpflichtet, gewisse Aufgaben an die Region abzugeben. Im Prättigau ist dies zum Beispiel bei der Abfallentsorgung oder der Musikschule der Fall.

Beim Vorschlag der Regierung fehle ein verpflichtendes Element, sagt Kocher. Die Gemeinden könnten sich ohne Probleme in gewissen Bereichen zusammenschliessen oder Aufgaben wieder alleine übernehmen. Würden dies starke Gemeinden wie Klosters oder Davos tun, sei die Region nicht mehr in der Lage, ihre Aufgaben zu erfüllen.

Kritik an den Plänen der Regierung wurde bereits aus der Surselva und der Region Nordbünden laut. Interessierte Kreise können sich noch bis Ende Juni zur Vorlage äussern. In einem Jahr kommt das Geschäft ins Kantonsparlament.