Repower erneut mit Verlust

Der Bündner Energiekonzern Repower hat einmal mehr ein verlustreiches Jahr hinter sich. Das Ergebnis widerspiegelt das schwierige Umfeld, dem der Konzern mit der Ende 2015 eingeleiteten Neuausrichtung entfliehen will.

Die fallenden Strompreise und die Frankenaufwertung im Zuge der Aufgabe des Euromindestkurses haben Repower das Jahresergebnis gründlich vermiest. Der Umsatz fiel um 17 Prozent auf rund 1,9 Milliarden Franken, der Betriebsverlust (EBIT) betrug wegen millionenschwerer Wertminderungen auf Anlagen und Langfristverträgen 69 Millionen Franken.

Unter dem Strich stand ein Minus von 136 Millionen Franken zu Buche. Immerhin verlief das zweite Halbjahr nicht mehr ganz so desaströs wie das erste, hatte doch nach sechs Monaten bereits ein Verlust von 115 Millionen Franken resultiert.

Die Nettoverschuldung nahm 2015 gegenüber dem Vorjahr leicht auf 270 Millionen Franken zu. Im Rahmen der im Dezember eingeleiteten Neuausrichtung prüft Repower verschiedene Verkäufe, mit denen in den nächsten 12 bis 24 Monaten insgesamt 60-80 Millionen Franken Cashzufluss generiert werden sollen.

Konzernumbau ist im Gang

Repower sieht sich durch das Jahresergebnis im Vorhaben bestätigt, das Geschäft künftig weniger abhängig von den Preisschwankungen am Strommarkt zu machen, wie aus der Mitteilung vom Dienstag hervorgeht. Die neue Strategie 2025 hatte der Konzernchef Kurt Bobst bereits im Dezember den Medien vorgestellt.

Bobst will sich künftig auf weniger Märkte konzentrieren und Repower zum führenden Energiedienstleister in der Schweiz und in Italien ausbauen. Der Konzern soll wie bis anhin Strom und Gas liefern, aber diese Lieferungen neu mit einer Dienstleistung verbinden. Angebote für Energiemanagement, Sicherheit oder Effizienz stehen dabei im Vordergrund. Teil der Neuausrichtung ist auch der Rückzug von der Börse. Die Dekotierung der Repower-Titel erfolgt Ende April.

Ein weiterer Teil der Neuausrichtung ist der Rückzug von der Börse. Die Dekotierung der Repower-Titel erfolgt Ende April. Der Generalversammlung von Mitte Mai wird zudem vorgeschlagen, Inhaberaktien und Partizipationsscheine im Verhältnis 1:1 in Einheitsnamensaktien umzuwandeln. Zudem wird der Generalversammlung beantragt auch dieses Jahr auf die Ausschüttung einer Dividende zu verzichten.