Repower macht 33 Millionen Franken Verlust

Die tiefen Energiepreise machen dem Bündner Stromkonzern Repower zu schaffen. Im vergangenen Jahr verzeichnete er einen Verlust von 33 Millionen Franken. Probleme bereitet auch die Schwäche des Euro, teilt das Unternehmen mit. Erstmals seit langem soll keine Dividende ausgeschüttet werden.

Repower Logo im Hintergrund und

Bildlegende: Über dem Energiekonzern Repower brauen sich düstere Wolken zusammen. Keystone

Repower erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 2,3 Milliarden Franken. Das operative Ergebnis (EBIT) betrug 26 Millionen Franken. Unter dem Strich resultierte ein Verlust von 33 Millionen Franken. Damit bleibt Repower in den roten Zahlen, auch wenn der Verlust nicht ganz so gross ausfällt wie vergangenes Jahr - damals betrug er 152 Millionen Franken.

Die roten Zahlen haben Folgen: Der Repower-Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung, erstmals seit mindestens zeh Jahren auf eine Dividende zu verzichten. Der Entscheid wird Ende April gefällt.

Eine neue Rekordproduktion schaffte Repower dagegen mit den eigenen Wasserkraftwerken. Sie stieg gegenüber dem Vorjahr um acht Prozent an.

Anspruchvolles Jahr

Gegenüber dem Vorjahr seien die Preise für Strom, aber auch Öl, Kohle und Gas auf den Energiemärkten markant gesunken. Währungs-Umrechnungsdifferenzen aus dem Abgang ausländischer Tochtergesellschaften etwa belasteten das Ergebnis mit acht Millionen Franken. Sechs Millionen Franken hätten zudem für Langfristbeträge zurückgestellt werden müssen, und kleinere Sondereffekte von vier Millionen Franken wirkten sich ebenfalls negativ auf das Jahresergebnis aus, schrieb Repower.

Wenig optimistisch

Im Ausblick zeigt sich der Energiekonzern wenig optimistisch. Zwar hätten 2014 Einsparungen in der Höhe von 17 Millionen Franken verbucht werden können. Und 2015 will Repower 20 Millionen Franken sparen. Doch die Aufhebung des Euro-Mindestkurses dürfte für weitere Herausforderungen sorgen. Zudem deute alles darauf hin, dass sich die Energiepreise in nächster Zeit nicht erholen würden. Repower erwarte deshalb für 2015 ein tieferes operatives Ergebnis.

Ruf nach Subventionen

Konzernchef Kurt Bobst fordert Subventionen nicht nur für künftige Wasserkraftanlagen sondern auch für bestehende. Ohne Subventionen könnten die betriebenen Wasserkraftwerke nicht instand gehalten werden und müssten mittelfristig vom Netz genommen werden, warnte er.

Investitionen in neue Kraftwerke will Repower nur noch «bei definitiv gesicherter, massgeblicher Förderung» tätigen. «Ohne Staat» könne Repower seine beiden Bündner Grossprojekte - das Kraftwerk «Chlus» im Prättigau und das Pumpspeicherkraftwerk «Lago Bianco» im Puschlav - nicht realisieren.