Rückschlag für St. Moritzer Schanzenprojekt

Eigentlich hätten die Stimmbürger von St. Moritz im Juni über einen Nachtragskredit für die geplante Schanze abstimmen sollen. Daraus wird aber nichts, das Projekt wird zurückgestellt.

Blick auf den Bauplatz der geplanten neuen Olympiaschanze in St. Moritz, aufgenommen im Sommer 2015.

Bildlegende: Blick auf den Bauplatz der geplanten neuen Olympiaschanze in St. Moritz, aufgenommen im Sommer 2015. Keystone

Der St. Moritzer Gemeinderat wies die Botschaft über einen Zusatzkredit von 8,4 Millionen Franken für den Neubau der Sprungschanze am Donnerstagabend mit 15 zu 1 Stimmen zurück, wie Gemeinderatspräsident Arno Wyss am Freitag auf Anfrage sagte. Laut Wyss verzögert sich das Projekt um mindestens ein Jahr.

Die grosse Mehrheit des Gemeinderates war sich einig darin, dass es sich beim Neubau der olympiatauglichen Schanze um das Projekt einer ganzen Region handelt. Die anderen Oberengadiner Gemeinden sollen darum um eine finanzielle Beteiligung angefragt werden, obwohl die Gemeindepräsidenten davon vor einigen Monaten nichts wissen wollten. Zudem soll die Sponsorensuche nochmals aufgenommen werden.

Zweifel wegen der Volksabstimmung

Der Grund für die Haltung des Gemeinderates liegt darin, dass die fast geschlossene Legislative nicht daran glaubt, mit der aktuellen Vorlage durch die nächste Volksabstimmung zu kommen. Das St. Moritzer Stimmvolk hatte 2013 einen ersten Kredit von brutto 11,5 Millionen mit 932 zu 705 Stimmen genehmigt.

Nach dem Urnengang gab es allerdings das böse Erwachen. Die Detailplanung offenbarte erhebliche Mehrkosten. Das Projekt wurde gestoppt.

Der neue Kostenvoranschlag ergab dann den Zusatzkredit von 8,4 Millionen Franken, der vom Gemeinderat zurückgestellt wurde. Die Schanzenanlage würde unter diesen Bedingungen total 19 Millionen Franken kosten. Hinzu kämen die Betriebskosten.