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Graubünden Schwere Vorwürfe gegen Bündner Gerüstbauer

Die Gewerkschaft Unia erhebt schwere Vorwürfe gegen die Bündner Gerüstbau-Firma Tscharner. Das Emser Unternehmen soll Beschäftigte in den letzten Jahren um insgesamt mehrere Millionen Franken Lohn betrogen haben. Die Firma hat prominente Kundschaft wie den Kanton Graubünden oder die Rhätische Bahn.

Legende: Video Streit um Überzeit abspielen. Laufzeit 5:53 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 08.04.2015.

Seit Jahren sei die Unia mit Klagen von Mitarbeitenden der Firma Gerüstbau Tscharner AG konfrontiert, sagten Vertreter der Gewerkschaft in Chur vor den Medien. Es gehe um unbezahlte Arbeitsstunden, falsche Abrechnungen, Manipulationen bei der Zeiterfassung sowie Schwarzzahlungen.

Der grosse Betrug finde im Bereich der Stundenabrechnung statt, hiess es. Bereits 2010 befasste sich laut Gewerkschaft die für die Branche zuständige nationale paritätische Kommission mit der Emser Firma. Mangels Beweisen gab es keine Sanktionen.

Fotos von der Zeiterfassung als Beweismittel

Beweise sollen jetzt vorhanden sein. Betroffene fotografierten die Zeiterfassung und hielten den effektiven Beginn und das Ende der Arbeitszeit fest. Der Vergleich mit den Lohnzahlungen bringe die Machenschaften an den Tag, so die Unia, die den Gerüstbauer bei der Staatsanwaltschaft angezeigt hat.

In jüngster Zeit ist es laut Unia zu Änderungskündigungen in der Firma mit 20 meist fremdsprachigen Beschäftigten gekommen. Angestellte würden zu Geschäftsführern von neu gegründeten Unternehmen gemacht. Was es damit auf sich hat, konnten die Unia-Vertreter nicht erklären. Vermutlich handle es sich um Scheinfirmen.

«Jenseits von Gut und Böse»

Die von der Gewerkschaft angeschossene Firma zählt eigenen Angaben zufolge die Rhätische Bahn (RhB) oder den Kanton Graubünden zu den Auftraggebern. Bilder auf der Homepage des Unternehmens dokumentieren, dass einige bekannte Bauten in Graubünden sowie auch ausserhalb von Tscharner eingerüstet wurden, darunter das Regierungsgebäude des Kantons in Chur oder das bekannte Albula-Viadukt der RhB.

Die Unternehmung selber liess sich zu den Vorwürfen nicht vernehmen. Über ihren Anwalt richtete sie auf Medienfragen aus, es handle sich um ein laufendes Verfahren, weshalb es keine Stellungnahme gebe. Die Vorwürfe seien «jenseits von Gut und Böse», sagte der Anwalt der Firma, der anonym bleiben will, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Reto Derungs, Sedrun
    Erschreckend, wie ahnungslose Journalisten sich für die Unia-Propaganda einspannen lassen. Falls sich die Unia-Vorwürfe, einmal mehr nicht bestätigen, gibt es dann einen fünfminütigen Entschuldigungsbeitrag beim betroffenen Unternehmer und dessen Mitarbeiter? Oder über die zwiêlichtige Mitgliederrekrutierung der Unia bei Lehrenden oder ahnungslosen fremdländischen Mitarbeitern? Schon alleine die Kündigungsbedingungen zur Unia-Mitgliedschaft zeigen deutlich, wer da wen über den Tisch zieht!
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  • Kommentar von Peter Krebs, Chur
    Die Glaubwürdigkeit der Unia-Vertreter ist jedenfalls auch nicht über alle Zweifel erhaben. Es wird sich weisen, was an der Geschichte stimmt und was billige Propaganda ist. Betreffend Mitgliedern steht die Unia so ziemlich mit den Rücken zur Wand und muss sich immer wieder neue Marketingaktionen einfallen lassen.
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  • Kommentar von Bruno Hochuli, Reinach BL
    Wenn diese Anschuldigungen alle stimmen sollten, wirft es ein ganz bedenkliches Licht auf den Firmenchef. Es wäre ein traurige Masche, Arbeiter auf eine so miese Art zu hintergehen. Sein Ansehen wäre nachhaltig ruiniert. Den Wahn immer mehr Geld auf dem Buckel der Angestellten zu horten, nimmt leider überall bei den Firmen überhand. Da sollten die Angestellten noch die Treue halten.
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