«Seine Meinung findet auch in der Regierung Gehör»

Eine erneute Olympiakandidatur zum jetzigen Zeitpunkt mache keinen Sinn, findet Hanspeter Lebrument, Verleger des Bündner Medienhauses Somedia. Seine Kolumne in der Südostschweiz hat die Olympia-Promotoren aufgeschreckt, die heute mit einem offenen Brief reagieren.

Der 74jährige Hanspeter Lebrument ist ein Olympia-Fan. Bereits vor bald 15 Jahren hatte er sich an vorderster Front für Olympische Spiele in Graubünden eingesetzt - als Sprecher der Taskforce Olympische Winterspiele 2010 Graubünden / Zürich.

Doch das Vorhaben scheiterte, wie auch die letzte Kandidatur. 2013 sagten die Bündner Nein zu St. Moritz 2022. «Das war für mich persönlich eine schwere Niederlage». Der Verleger schrieb nun in seiner Kolumne «Aus dem Hochsitz des Alters»:

«  Sollte die Schweiz kandidieren, so ist es besser, auf die Karte Wallis und Umgebung zu setzen. »

Hanspeter Lebrument
Verleger Somedia

Ein Satz, der die Olympiapromotoren in Aufregung versetzt hat. In einem offenen Brief reagieren sie heute ausführlich auf die Worte Lebruments. Jürg Michel, Vertreter des Dachverbands der Bündner Wirtschafts sagt, man sei überrascht gewesen über seine Haltung. «Wir wollten ihm mit dem Brief zeigen, wie ernst es uns mit der Kandidatur ist». Im Brief appellieren die Wirtschaftsverbände an den Verleger:

«  Wo ist dein Glaube an die Zukunft geblieben? »

Dachverband Bündner Wirtschaft
Offener Brief

Die Episode zeigt auch, wie wichtig den Wirtschaftsvertretern die Meinung von Hanspeter Lebrument ist. Jürg Michel sagt sogar, die Meinung des Verlegers habe Gewicht sogar in der Regierung. Den Verleger selber freuts, dass seine Zeilen, soviele Reaktionen hervorgerufen haben.