Sexboxen sind für Chur keine Lösung

Die Prostitution in Chur soll verboten werden. Das fordern BDP und SVP. Verrichtungsboxen wie in Zürich seien aber keine Lösung.

Zwei Frauen auf dem Strassestrich: Nur die Beine in aufreizenden Schuhen und Strümpfen sind zu sehen.

Bildlegende: Die Strassenprostitution ist Politikern von BPD und SVP ein Dorn im Auge. Sie fordern ein Verbot. Keystone

Die Churer Ortsparteien von BDP und SVP spannen zusammen. In einem gemeinsamen Vorstoss im Gemeinderat fordern sie ein Verbot der Prostitution nicht nur auf der Strasse, sondern generell im öffentlichen Raum.

Ins Visier genommen haben die Parteien die Strassenstrich wegen Belästigungen und Verunreinigungen durch das Sexgewerbe vor allem im Churer Rossbodenquartier. Ein Verbot der Prostitution im öffentlichen Raum müsse trotz der in der Verfassung verankerten Wirtschaftsfreiheit erwirkt werden, schreiben BDP und SVP.

Hohl: Nur Verbot garantiert Ruhe

Oliver Hohl, BDP-Fraktionschef im Churer Gemeinderat, wird in der Mitteilung mit den Worten zitiert, nur ein Verbot der Prostitution sorge für Ruhe auf Churer Stadtgebiet. Verhindern wollen beide Parteien eine Lösung mit so genannten Verrichtungs- oder Sexboxen wie sie unlängst in der Stadt Zürich aufgestellt
wurden. Es gehe nicht an, dass das Gemeinwesen in diesem Grenzbereich
zwischen Legalität und Illegalität noch Geld investiere, schreiben BDP und SVP.

Kritischer tönt es im Churer Stadtparlament bei den Linken und den Mitteparteien. Seitens der SP heisst es beispielsweise, man könne den Strassenstrich zwar kontrollieren, aber nicht verbieten. Und auch die CVP stellt sich laut Fraktionspräsidentin Carla Maissen gegen ein Verbot. «In einem Verbot sehen wir keinen Vorteil», sagt Maissen gegenüber der Sendung «Regionaljournal Graubünden» von Radio SRF1.

Die Churer Stadtregierung, der Stadtrat, hatte die Dauer der Strassenprostitution erst Mitte Juni auf die Zeit zwischen zehn Uhr abends und sechs Uhr am Morgen eingeschränkt. Diese Massnahme genügt den beiden Parteien aber nicht.