Sicher über die Alp

Im letzten Jahr wurde in Laax eine Frau beim Wandern von Mutterkühen zu Tode getrampelt. Deshalb gibt die Tourismusregion Flims Laax Falera neu eine Wanderkarte heraus, auf der die Mutterkuh-Weiden eingezeichnet sind.

Mutterkühe

Bildlegende: Nach dem tödlichen Unfall werden Weiden mit Mutterkühen speziell auf einer Karte eingezeichnet. Keystone

Im letzten August ist in Laax eine 77-jährige Frau von Mutter-Kühen angegriffen und totgetrampelt worden. Damit sich ein solcher Vorfall nicht wiederholt, sollen Wanderer künftig mit speziellen Karten darauf aufmerksam gemacht werden, auf welcher Alp Mutterkühe anzutreffen sind.

Eine Idee vom Tourismus

Die Wanderkarte der Tourismusregion Flims Laax Valera

Bildlegende: Die Wanderkarte der Tourismusregion Flims Laax Falera: Schraffiert die Mutterkuh-Weiden. Tourismus Flims Laax Falera

Lanciert hat die Idee der Tourismusverband Flims Laax Falera zusammen mit den Gemeinden und den Landwirten. «Wir verteilen jedes Jahr solche Panorama-Karten. Neben den Wanderwegen sind nun neu auch die Mutterkuh-Alpen eingezeichnet», sagt Marc Woodtli, Tourismus-Verantwortlicher der Region Flims Laax Falera. Die Karten werden gratis verteilt und hängen auch als Plakate in den Bergbahn-Stationen.

Zusammenarbeit mit den Gemeinden

Zusätzlich zu den Wanderkarten werden auch die beliebtesten Wanderwege, welche über Mutterkuh-Weiden führen, eingezäunt. «Seit Anfang Januar klären wir ab, wo es zusätzliche Zäune braucht», sagt Franz Gschwend, Gemeindepräsident von Laax. «Sobald der Schnee weg ist, beginnen wir mit den Bauarbeiten.» Die Zäune sollen bis Mitte Juni fertiggestellt sein, wenn der Alp-Sommer beginnt.

Die Massnahmen, die jetzt in Flims, Laax und Falera umgesetzt werden, sind ein altes Anliegen des Vereins Bündner Wanderwege. «Es braucht immer Gemeinden, die mit einem guten Beispiel vorangehen», sagt Vereinspräsident Walter Grass. «Wir hoffen, dass nun andere dem Beispiel folgen werden.»

Eigenverantwortlich

Vorerst dürfte es jedoch bei dieser Hoffnung bleiben: Im Toggenburg, in Appenzell Innerrhoden und im Appenzell Ausserrhoden setzt man auf die Eigenverantwortung der Wanderer und Tierhalter. Das Problem sei ausserdem gar nicht so gross: Es gäbe es nur wenige Mutterkuh-Halter in der Region, heisst es aus den beiden Appenzell.

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