Skifahrer sterben doch nicht aus

Immer weniger junge Leute fahren Ski, solche oder ähnliche Schlagzeilen waren in den letzten Monaten immer wieder zu hören. Touristiker und Seilbähner heben regelmässig den Warnfinger. Alles halb so schlimm, sagt jetzt das Wirtschaftsforum Graubünden in einer neuen Studie.

Skifahrer

Bildlegende: Skifahrer sind weniger häufig auf der Piste als früher. Keystone

Die Nachrichten glichen sich in den letzten Jahren: Fast jeden Winter verzeichnen Schweizer Skistationen weniger Gäste. Vergangenen Winter wurden gemäss Angaben des Verbandes Seilbahnen Schweiz sechs Prozent weniger Tageseintritte registriert. Es war das schlechteste Ergebnis seit zehn Jahren.

Doch Untergangsszenarien des Schneesports zielen an der Realität vorbei. Das Wirtschaftsforum Graubünden, die Denkfabrik der Bündner Wirtschaft, trug Datenmaterial zusammen und analysierte.

Im Alpenraum wächst Schneesport

Herausgekommen sind Erkenntnisse, die den Wintersport nicht als Auslaufmodell erscheinen lassen.

Laut dem Wirtschaftsforum ist der Rückgang der Skifahrertage nicht auf die Abnahme der Anzahl Skifahrer zurückzuführen, sondern darauf, dass die Schweiz Marktanteile an die europäischen Konkurrenz verloren hat.

Die Anzahl der Skitage ist in den letzten zwölf Jahren im gesamten Alpenraum um rund 13 Prozent gestiegen. Einzig in der Schweiz ging die Zahl der Skitage um 18 Prozent zurück.

Es wird weniger gefahren

Dazu kommt, dass die Schweizerinnen und Schweizer weniger auf der Piste sind. Waren es früher noch 6 Tage pro Saison, stehen die Einheimischen nur noch 5 Tage auf den Skis. Als Grund nennt das Wirtschaftsforum unter anderem, dass es mehr alternative Freizeitangebote gebe.

Dabei ist die Anzahl der Schneesportler stabil, worauf gemäss Wirtschaftsforum verschiedene Indikatoren hinweisen.

Den Skigebieten rät das Wirtschaftsforum, dafür zu sorgen, dass die Leute wieder vermehrt auf die Piste gehen. Das Potential sei da, werde aber zu wenig ausgeschöpft.

Bergbahnbranche hat Problem erkannt

Silvio Schmid, Präsident der Bergbahnen Graubünden, sagt dazu: «Flexible Preise, teuer bei grosser Nachfrage, günstig bei leeren Pisten, das ist sicher die Zukunft.» Aber die Skigebiete müssten auch mehr bieten fürs Geld.

Von der Skimiete bis zur Ticketbestellung, alles müsse einfacher und von zu Hause aus buchbar sein. Es brauche eine Art «Rundum-Sorglos-Paket». So will Schmid die Leute wieder häufiger auf die Pisten locken.