So will der EHC Arosa wieder in die Nationalliga

Sportlich fiel die Saison 14/15 für Arosa bös ins Wasser. Die Schanfigger waren die klar schlechteste Mannschaft in der 1. Liga. Statt folgerichtig in die 2. Liga abzusteigen, beantragt der Club die Lizenz für die Nationalliga B. Mit einem bekannten Geschäftsführer.

Schwarzweiss-Bild Eishockey-Match

Bildlegende: Erfolgreiche Vergangenheit: Guido Lindemann schiesst Arosa 1982 zum Meistertitel. Keystone

Einst war der EHC Arosa der Stolz der Region. In den 50er-Jahren gewann er sieben Mal in Folge den Schweizer Meistertitel, dann wieder 1980 und 1982. Aus finanziellen Gründen stieg die erste Mannschaft dann jedoch freiwillig in die 1. Liga ab.

Nicht zuletzt wegen finanziellen Problemen geriet der EHC Arosa in letzter Zeit in Schwierigkeiten. So stieg etwa der Hauptsponsor aus. Spieler verliessen den Verein, weil Versprechungen nicht eingehalten werden konnten. So startete Arosa 2014 als klarer Aussenseiter in die Saison. Tatsächlich stand man schlussendlich als Absteiger fest.

Aufstieg gegen den Untergang

Doch nun geht der EHC Arosa in die Offensive: «Wir beantragen eine Lizenz für die Nationalliga B», sagt Vereinspräsident Ludwig Waidacher gegenüber dem «Regionaljournal Graubünden» von Radio SRF. Möglich machen sollen es vereinfachte Aufstiegskriterien für die Nationalliga B. Diese soll nämlich aufgestockt werden. Momentan besteht sie nur aus neun Teams.

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Rückblick: Der freiwillige Abstieg von Arosa

4:51 min, aus sportpanorama vom 13.3.2011

Der Vorstand des EHC Arosa versucht so, den Verein zu retten. Denn im Dorf hat es wenige Eishockeyspieler, kaum gute Junioren und starke Kräfte sind für die Anreise nach Arosa in der 2. Liga nicht zu gewinnen.

Finanziell sieht Präsident Waidacher durchaus Chancen, in der Nationalliga B bestehen zu können. Der Verein plant, mit einem Budget von rund 1,6 Millionen Franken zu starten. Das Geld ist noch nicht beisammen. Unter anderem habe man aber die Unterstützung der politischen Gemeinde Arosa, den Bergbahnen und der Skischule. Ausserdem zählt man auch auf bestehende Sponsoren des Vereins. Mindestens einer der Hauptsponsoren erklärte sich bereit, sein Engagement zu erhöhen.

Umtriebiger Geschäftsführer

Erhält Arosa die Lizenz für die Nationalliga B, setzt der Verein auf die Unterstützung von Adrian Fetscherin. Der umtriebige Zürcher war lange das Gesicht der Sportübertragungen des Pay-TV-Senders Teleclub. Später engagierte er sich bei verschiedenen Sportvereinen. Etwa als Kommunikationschef beim Fussballclub GC Zürich oder zuletzt beim Hockeyclub Thurgau als Geschäftsführer.

Wo der Verein in ein paar Jahren steht? Diese Frage kann Fetscherin noch nicht beantworten. Ihm sei aber bewusst, dass es für eine erfolgreiche Zukunft in der Nationalliga langfristig mehr Geld braucht als 1,6 Millionen Franken. Fetscherin möchte nun aber Schritt für Schritt in Angriff nehmen, wie er gegenüber dem «Regionaljournal Graubünden» von Radio SRF erklärt.

SRF1, Regionaljournal Graubünden, 17:30 Uhr