St. Martin bekommt einen Kommissär

Die Bündner Regierung schickt Thomas Nievergelt als Komissär in die Kleingemeinde St. Martin. Er soll den Dorffrieden wiederherstellen. Die Gemeinde hatte den Kanton gebeten, einen Kommissär zu schicken.

Blick vom Hang auf St. Martin.

Bildlegende: Die Geschäftsprüfungskommission der Gemeinde St. Martin erhebt Vorwürfe gegen den Gemeindevorstand. Adrian Michael

In der Bündner Gemeinde St. Martin wird ein Knatsch zwischen der Geschäftsprüfungskommission und dem Gemeindevorstand untersucht. Die Kantonsregierung hat dafür einen Regierungskommissär im Dorf mit nur 30 Einwohnerinnen und Einwohnern am Eingang des Valsertales eingesetzt.

Der Gemeindevorstand St. Martin habe um die Einsetzung eines Regierungskommissärs ersucht, teilte die Kantonsregierung am Donnerstag mit. Hintergrund bilden Vorwürfe der Geschäftsprüfungskommission an den Gemeindevorstand respektive an den Gemeindepräsidenten. Im Raum stehen unter anderem Vorwürfe der Kompetenzüberschreitung.

Als Regierungskommissär wird Thomas Nievergelt, Rechtsanwalt in Samedan, eingesetzt. Nievergelt ist ehemaliger Gemeindepräsident von Samedan. Er sei deshalb mit dem bündnerischen Gemeinderecht bestens vertraut, schrieb die Regierung.

Schon zwei Kommissäre im Einsatz

Der Regierungskommissär muss die Vorwürfe überprüfen, passende Schlussfolgerungen ziehen und bis Ende Juli der Kantonsregierung Bericht erstatten. Danach wird es Aufgabe der Regierung sein, allenfalls Massnahmen zu ergreifen.

Bereits in der Südbündner Gemeinde Roveredo ist im Moment ein Regierungskomissär am Werk. Damit amten zwei Kommissäre gleichzeitig in Graubünden. Dass die Regierung einen Kommissär einsetzt, ist normalerweise eine seltene Massnahme.