St. Martin entscheidet, nicht zu entscheiden

In der Gemeinde St. Martin ist Feuer im Dach. Wegen Vorwürfen gegen den Gemeindevorstand wurde ein Kommissär von der Regierung beauftragt der Gemeinde beizustehen. Gestern riet er den Bürgern ab, an der Versammlung Beschlüsse zu fassen. Die Bürger folgten ihm und liessen sich informieren.

Bündner Dorf St. Martin

Bildlegende: In der Gemeinde St. Martin warnt ein Kommissär davor, Entscheidungen zu fällen. Erst soll wieder Ordnung herrschen. Adrian Michael

Die Geschäftsprüfungskommission von St. Martin wirft dem Gemeindevorstand unter anderem Veruntreuung und Kompetenzüberschreitung vor. Diese Vorwürfe wurden Mitte April beim Kanton deponiert. Dieser beauftragte den Kommissär Thomas Nievergelt damit, die Vorwürfe zu untersuchen. Um nicht noch mehr Geschirr zu zerschlagen, riet er den Bürgern, auf Entscheide an der Bürgerversammlung zu verzichten.

Auf der Traktandenliste waren auch Geschäfte, welche von der GPK ebenfalls kritisiert wurden. Der Kommissär informierte die Bürger am Freitag Abend über die Vorlagen, entschieden wurde dann aber nichts. Zuerst soll Ruhe in die Gemeinde kommen. Im Weiteren veranlasste Thomas Nievergelt die Versiegelung des Gemeindearchivs. Niemand soll dort ohne sein Wissen ein und aus gehen, wie er auf Anfrage sagte.