Stadtpräsident Marti beruhigt Churer Schrebergärtner

Im Bereich der alten Churer Gaswerks ist Gift im Boden. Die Schrebergärten in dieser Umgebung müssen deshalb weichen. Die Gartenbesitzer dürfen allerdings auf Ersatz hoffen. Das erklärte Stadtpräsident Marti an einer Informationsveranstaltung.

Luftaufnahme Schrebergärten

Bildlegende: Der Boden unter vielen Churer Schrebergärten ist verseucht. Keystone

Anfang März gab die Stadt Chur völlig überraschend bekannt, dass rund 90 Besitzerinnen und Besitzern von Schrebergärten gekündigt werde. Das löste unter den Gartenbesitzern grosse Unruhe aus. Insbesondere das Gerücht, die Stadt Chur löse die Schrebergärten auf um Bauland zu gewinnen, hielt sich hartnäckig.

An der Informationsveranstaltung für die Churer Schrebergärtner versuchte Stadtpräsident Urs Marti, solche Bedenken aus der Welt zu schaffen. Den Anwesenden wurde erklärt, wieso ab sofort kein Gemüse aus den Gärten mehr gegessen werden darf. Insbesondere der Teer unter dem Boden sei gefährlich.

Die Stadt präsentierte aber auch Alternativen. So stellte Marti all jenen, die ihren Garten räumen müssen, neue Flächen in Aussicht. Wer seinen Schrebergarten aufgebe, so Marti, bekomme 500 Franken Entschädigung.

Gartenbesitzer positiv überrascht

Zwar gab es durchaus auch kritische Stimmen von den anwesenden Schrebergartenbesitzern. Die meisten zeigten sich aber nach der Informationsveranstaltung positiv überrascht.

Stadtpräsident Urs Marti schätzt die Kosten für die Stadt auf bis zu 1.5 Millionen Franken. Mit Blick auf die finanzielle Situation der Stadt sei das durchaus viel Geld, so Marti. Da aber auch die Sauberkeit des Grundwassers davon abhänge, gehe es nicht anders. Voraussichtlich könnten andere geplante Projekte in der Stadt deswegen nicht realisiert werden, sagte Marti gegenüber dem «Regionaljournal Graubünden» von Radio SRF. Welche Investitionen nun wegen diesem Aufwand nicht getätigt werden könnten, sei jedoch noch nicht klar.