Stausee-Revision weckt traurige Erinnerungen

1954 wurde das Dorf Marmorera geflutet. 96 Personen mussten damals umgesiedelt werden. Serafin Luzio ist der letzte lebende Zeitzeuge. Bis heute hat er sich nicht mit der Geschichte versöhnt.

Der Stausee Marmorera am Julierpass.

Bildlegende: Traurige Erinnerungen unter dem Wasserspiegel des Stausees Marmorera. Keystone

Wenn in Zürich am Morgen in den Wohnungen die Lichter angehen und die Leute ihre Kaffeemaschine einschalten, dann hat das möglicherweise auch etwas mit dem kleinen Bündner Bergdorf Marmorera zu tun. Der Stausee von Marmorera produziert heute nämlich Strom für rund 80 000 Haushalte in Zürich.

Damit dies möglich wurde, haben die Einheimischen ihr Dorf den Zürchern verkauft. 1954 wurde es geflutet. Serafin Luzio war damals 6 Jahre alt. Bevor das Wasser gekommen sei, habe es noch einen Gottesdienst gegeben.

Alle hätten damals Tränen in den Augen gehabt. Vor allem die Frauen hätten den Verkauf bereut erzählt Serafin Luzio im Regionaljournal Graubünden von Radio SRF.