Tourismus bleibt Trumpf

Die Bündner Regierung präsentierte am Freitag Vorschläge für die Wirtschaftsförderung quer durch alle Bereiche. Ein Bericht listet mögliche Stossrichtungen unter anderem für die Bildung, Forschung, Kultur oder den Verkehr auf. Am wichtigsten soll jedoch der Tourismus bleiben.

Gruppe von bergwanderern

Bildlegende: Der Tourismus im Berggebiet wird für Graubünden noch wichtiger werden, meint die Bündner Regierung. Keystone

Keine Förderung einzelner Unternehmen mehr, dafür ein kräftiger Schubs für den Tourismus: Die Bündner Regierung will den wichtigsten Wirtschaftszweig während acht Jahren mit 50 - 80 Millionen Franken fördern. Im Bericht über die Wirtschaftsentwicklung ist ein «Infrastrukur-Impulsprogramm» angedacht. Profitieren könnten Bauten wie ein Hotel, ein Schwimmbad oder ein Kongresszentrum, die mehr Gäste und damit Geld in eine Region bringen. Nicht mehr denkbar wären Finanzspritzen wie für die Grosssägerei bei Domat/Ems.

«  Wenn wir den Kanton weiterhin flächendeckend besiedeln möchten, dann muss der Tourismus eine entscheidende Rolle spielen. »

Hansjörg Trachsel
Regierungsrat

Auslöser für den «Bericht über die Wirtschaftsentwicklung im Kanton Graubünden» war vor einem Jahr der Entwurf für ein neues Wirtschaftsförderungesetz. Alle Bündner Wirtschaftsverbände, FDP, SP und teilweise auch die CVP kritisierten den Vorschlag vehement: Zu schwammig, noch mehr Giesskannenprinzip, es fehle eine klare Analyse und Strategie. Das Parlament bestellte darauf bei der Regierung eine wirtschaftliche Gesamtschau.

Wirtschaftliche Gesamtschau

Der Bericht enthält nun auf rund 80 Seiten eine Auslegeordnung quer durch alle Departemente. Von Bildung über Kultur bis Energie: Für jeden Bereich wird die Frage beantwortet, wie dort Wirtschaft angekurbelt werden könnte. Viele Stossrichtungen sind bekannt: Beispielsweise die Produktion und Vermarktung hochwertiger Lebensmittelmittel, die Unterstützung von sportlichen Grossveranstaltungen oder bessere Internetverbindungen. Neu am Bericht ist der Grad der Konkretisierung und der verstärkte Blick auf die Rahmenbedingungen für eine prosperierende Wirtschaft.

Im Oktober diskutert der Bündner Grosse Rat den Bericht. Dabei wird es um verschiedene Fragen gehen: Macht es Sinn, weiterhin auf das Pferd Tourismus zu setzen und Millionen zu investieren? Will der Rat die einzelbetriebliche Förderung beibehalten oder streichen? Was müsste in einem neuen Wirtschaftsförderungsgesetz enthalten sein? Die Arbeit am letzten Entwurf ruht seit letztem Jahr. Wenn es nach der Bündner Regierung geht, soll die Arbeit daran wieder aufgefnommen werden. Weitere Gesetzesänderungen drängten sich nicht auf.

Regionaljournal Graubünden, 17:30

Wirtschaftsförderung Graubünden