Tourismusindustrie macht Graubünden zum Stromfresser

Der Kanton Graubünden hat zum ersten Mal detailliert seinen Energieverbrauch analysiert. Zwar wurden bis jetzt alle Energieziele erreicht. Den Stromverbrauch kann Graubünden aber nur knapp im Zaum halten.

Blick von Berg hinab auf erleuchtete Siedlungen in der Nacht.

Bildlegende: Graubünden verbraucht im Durchschnitt rund 20 Prozent mehr Strom als der Rest der Schweiz. Keystone

Mit der aktuellen Untersuchung reagiert der Kanton auf sein neues Energiegesetz. Dieses verlangt die Erreichung von verschiedenen Zielen, sowohl in Sachen Stromverbrauch, wie auch zur Reduktion von fossiler Energie.

Bis 2015 soll der Stromverbrauch in Graubünden unter der Marke von 2000 Gigawattstunden bleiben, so das Ziel. Im Jahr 2012 wurde dies knapp geschafft. Der Stromverbrauch steigt jedoch stetig. Auch die Bündner Regierung bezeichnet dieses Vorhaben deshalb als ehrgeizig. Pro Person ist der Verbrauch in Graubünden rund 20 Prozent höher als im Schweizer Durchschnitt.

Sind Elektroheizungen schuld?

Der Bündner Regierungsrat Mario Cavigelli sieht die Gründe für den hohen Stromverbrauch hauptsächlich bei den vielen Elektroheizungen, die es im Kanton noch immer gibt. Auf der anderen Seite könnten laut Cavigelli die Tourismusbetriebe mit Hotels, Bergbahnen und Beschneiungsanlagen damit zu tun haben.

Graubünden produziert noch immer deutlich mehr Strom als es verbraucht. Die Wasserkraftwerke im Kanton produzieren die Energie hauptsächlich für den Export.