«Über 40 Jahre lang sind wir ohne Kunstschnee ausgekommen»

Die Bergbahnen Disentis wollen künftig einen Teil der Pisten künstlich beschneien. Das Problem sei nicht der fehlende Schnee, sagt Geschäftsführer Hansjürg Lehmann. Die Gäste würden heute Schnee ab November erwarten. Wer dann keine weissen Pisten anbieten kann, gerate ins Hintertreffen.

Eine Schneekanone sprüht Kunstschnee in die Landschaft.

Bildlegende: Mit dem Einsatz von Schneekanonen soll die Wintersaison in Disentis verlängert werden. Keystone

Die Bergbahnen Disentis planen künftig bis zu 40 % ihres Skigebiets künstlich  zu beschneien. Das sagte auf Anfrage Geschäftsführer Hansjürg Lehmann gegenüber der Sendung «Regionaljournal» von Radio SRF. Realisiert werden soll das Projekt in Etappen. Die Kosten belaufen sich auf bis zu acht Millionen Franken.

Kunstschnee als Werbevorteil

Hansjürg Lehmann von den Bergbahnen Disentis würde gerne auf die teuere Investition verzichten. Doch «der Gast verlangt Schneesicherheit», besonders über die Festtage. Wer seine Weihnachtsferien bucht, wolle dann auch auf die Piste gehen.

Schnee hätte Disentis eigentlich genug, die Klimaerwärmung ist kein Problem. Zugenommen habe jedoch der Konkurrenzdruck unter den Skigebieten. Gäste würden ab November weisse Pisten erwarten, sagt Geschäftsführer Lehmann.

Alternative Nischentourismus

Vor einem ähnlichen Problem stehen die Bergbahnen Feldis. Das kleine Skigebiet hat nicht genügend Geld um in Schneekanonen zu investieren und setzt deshalb auf alternative Angebote. Mit Winterwandern, Schneeschuhlaufen oder Schlitteln soll auch in Zukunft der Wintertourismus in Feldis florieren.