Über das Walser-Sein im 21. Jahrhundert

Tradition, Brauchtum und Sprache - was macht die Walser aus? Am Rande des Internationalen Walsertreffens in Graubünden begab sich das Regionaljournal auf Spurensuche.

Dorf Hinterrhein - intaktes Walserdorf.

Bildlegende: Hinterrhein - zuhinterst im Rheinwald - ist die älteste urkundlich nachweisbare Walsersiedlung in Graubünden. Keystone

«Ich bin stolz daruf Walser zu sein», sagt Josef Türtscher. Der Bergbauer kommt aus dem grossen Walsertal in Vorarlberg. Für ihn bedeute Walser zu sein, einer Volksgruppe anzugehören, die früher unter gewaltigen Anstrengungen und mit Pioniergeist, Bergregionen urbar gemacht hat.

Wenn das Bettlaken zum «Liilachi» wird

«Ich ziehe in Gedanken oft den Hut vor meinen Vorfahren», sagt Türtschler stolz. Im Hochmittelalter sind Bergler aus dem Wallis ausgezogen, um sich in grossen Teilen des Alpenraums wieder niederzulassen.

«Am Walser sein interessiert mich am meisten, die Sprache», sagt Marietta Kobald aus dem Prättigau.

Neben der gemeinsamen Vergangenheit ist denn auch die Sprache, der charakteristische Walserdialekt, das Verbindende unter den Walsern. Wenn das Bettlaken zum «Liilachi» und uns zu «ünsch» wird, dann spricht man mit einem Walser oder einer Walserin.

Das Internationale Walsertreffen findet alle drei Jahre statt. Die Ausgabe 2016 geht in Arosa über die Bühne. Auf dem Programm stehen verschiedene Lesungen, Wanderungen und am Sonntag ein farbenfroher Festumzug durch das Dorf.