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Überdimensionierte Bauzonen 67 Bündner Gemeinden müssen über die Bücher

Zu grosse Bauzonen in weiten Teilen Graubündens

Karte Graubündens. Sie zeigt, dass ein Grossteil zu grosse Bauzonen hat.
Legende: Wer hat zuviel, wer zuwenig? Überblick über die Wohn-, Misch- und Zentrumszonen (WMZ). Amt für Raumentwicklung

Bündner Gemeinden horten zuviel Bauland. Zu diesem Ergebnis kommt das Amt für Raumentwicklung, das den kantonalen Richtplan überarbeitet hat.

Über den ganzen Kanton gesehen sei die Bauzone «etwas überdimensioniert», heisst es im Bericht. In Zahlen: Rund 80 Hektar müssten ausgezont werden.

  • 67 Gemeinden haben überdimensionierte Bauzonen.
  • Bei 29 Gemeinden, besonders im Rheintal, sind die Bauzonen zu knapp bemessen.

Mit dem neuen Raumplanungsgesetz, das seit 2014 gilt, darf jede Gemeinde höchstens noch Bauland für 15 Jahre haben. Damit soll der Zersiedelung entgegengewirkt werden.

Spitzenreiter Tourismusgemeinden

Karte von St. Moritz mit Zonenplan
Legende: Spitzenreiter St. Moritz hat laut dem Kanton 7,3 Hektar zu viel Bauland. Das Auszonungspotential ist rot schraffiert. Interaktive Karte Graubünden , Link öffnet in einem neuen Fenster

Über die Bücher müssen insbesondere Tourismusgemeinden. Sie haben zuviel Bauland. Mit ein Grund dürfte sein, dass sie vor der Annahme der Zweitwohnungsinitiative mit dem Bau weiterer Ferienwohnungen gerechnet hatten. Betroffen sind aber auch ländliche Regionen, in denen man mit stagnierenden oder sinkenden Bevölkerungszahlen rechnet.

Die Berechnung

Kurve mit den Bevölkerungsszenarien
Legende: Bündner Bevölkerungsszenarien des Bundesamt für Statistik 2015-2045. Erläuternder Bericht Kantonaler Richtplan Graubünden , Link öffnet in einem neuen Fenster

Vor eineinhalb Jahren präsentierte das Amt für Raumentwicklung seinen ersten Vorschlag für den angepassten Richtplan. Der Aufschrei war gross: Ländliche Regionen kritisierten, dass ihnen mit der Verkleinerung der Bauzonen jegliche Entwicklungsmöglichkeit genommen werde.

Damals hätten 80 Gemeinden ihre Bauzonen verkleinern müssen – neu sind es noch 67 der 108 Gemeinden. Möglich machte dies unter anderem eine optimistischere Einschätzung der Bündner Bevölkerungsentwicklung: «Die Bevölkerungsprognose wird auf das maximal zulässige Szenario abgestützt», heisst es im erläuternden Bericht (siehe Grafik oben).

In den letzten eineinhalb Jahren hat das Amt für Raumentwicklung die über 2000 Anträge gesichtet, zu 1300 Punkten gebündelt und in einem 300 Seiten starken Mitwirkungsbericht, Link öffnet in einem neuen Fenster beantwortet. Jetzt hat die Bündner Regierung den Richtplan verabschiedet.

Die Bündner Gemeinden müssen nun die Berechnungen des Kantons überprüfen und ihre Bauzonen bis in fünf Jahren anpassen. Der Richtplan selber muss vom Bundesrat genehmigt werden.

SRF1, Regionaljournal Graubünden, 12:03; habs

3 Kommentare

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  • Kommentar von Ruedi Lais (Ruedi Lais)
    Immer mehr Kantone betrügen bei der Bevölkerungsprognose, um möglichst viel Kulturland in Bauland verwandeln zu können. Die Bauernsippen wittern halt Cash. Der Willen der Stimmbevölkerung, welche der Zweitwohnungsinitiative und dem revidierten Raumplanungsgesetz überwältigend zugestimmt haben, ist diesen Kantonen und ihren Bauland-Lobbies vollkommen schnurz.
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  • Kommentar von u teinila (teinila)
    weniger bauland heisst stark steigende baulanpreise. für einheimische noch weniger erschwinglich.
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Jemehr Land verbaut wird, umso weniger "lebenswichtiges Agrarland", ist für die "nachhaltig öko-logisch - wirtschaftende Landwirtschaft vorhanden!! Denn NUR diese Landwirtschaftsform , ist effektiv, gesund für Natur, Tier und Mensch und damit zukunftsträchtig!!
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