Umstrittener Olympia-Anlass im Oberengadin

Die Oberengadiner Parteien haben gestern zu einer Podiumsdiskussion über Olympia 2026 geladen. Der Anlass sorgt nun für Gesprächsstoff, das Podium sei zu einseitig besetzt gewesen, sagen Kritiker. Die Organisatorin selbst gibt ihnen Recht.

Schwarz/weiss Foto von Sportlern, die in einer Reihe stehen.

Bildlegende: Die Eröffnungsfeier damals bei den Olympischen Winterspiele 1948 in St. Moritz. Keystone

Die Oberengadiner Tourismuschefin Ariane Ehrat, Regierungsrat Jon Domenic Parolini und Gian Gilli, der Kopf des letzten Bündner Olympiaprojekts, haben sich gestern in Sils für Olympische Spiele in Graubünden ausgesprochen. Auf der Gegenseite: Philipp Wilhelm, Präsident der SP Graubünden.

Wilhelm sagt einen Tag nach dem Podium, die Veranstaltung sei einseitig gewesen: «Für die Gegenargumente hatte man wenig Gehör.» Die Diskussion sei genutzt worden, um den Abstimmungskampf pro Olympia zu lancieren.

«Redezeit ist entscheidend»

Anders sieht das Christian Gartmann, der noch bei der letzten Kampagne als Sprecher der Befürworter im Einsatz war: «Das Podium war fair, ich habe darauf geachtet, Philipp Wilhelm genügend Redezeit einzuräumen.» Es käme nicht darauf an, wie viele Befürworter auf dem Podium seien, sondern wie oft diese sich zu Wort melden.

Fehler räumt hingegen BDP-Grossrätin Heidi Clalüna ein: «Die Diskussion war einseitig.» Als sie den Anlass im Sommer organisiert habe, sei noch nicht klar gewesen, wie brisant das Thema einige Monate später bereits sei. Ursprünglich hätte es lediglich eine Standortbestimmung werden sollen, die aufzeigt, wie weit das Projekt ist. Nun sei man aber von der Aktualität eingeholt worden.

Kein «Mr. Olympia»

Im Gegensatz zur letzten Olympia-Kampagne soll es dieses Mal keinen «Mr. Olympia» geben, der das Projekt öffentlich vertritt. Bei den Wirtschaftsverbänden, die hinter dem Projekt stehen, heisst es auf Anfrage: Man setze auf eine breit abgestützte Führung und wolle sich nicht auf einen einzelnen Akteur verlassen müssen.