Von der Surselva nach Mexiko City und zurück

Als Tartaruga hat er die Bündner Musikszene aufgemischt. Dann ist er nach Mexiko ausgewandert. Nun ist Thomas Cathomen zurück. Er hat ein neues Album eingespielt und fragt sich, ob er in Zukunft hier oder dort leben will.

2002 liess Tartaruga (romanisch für Schildkröte) mit seinem Erstling aufhorchen. Ruhig und bedächtig, ohne viel Lärm hat Thomas Cathomen die rätoromanische Popmusik damals neu erfunden – als Komponist, Sänger und Multi-Instrumentalist.

Die Schildkröte macht Pause

Doch dann hat Cathomen seine Koffer gepackt und ist ausgewandert, vom beschaulichen Breil in der Surselva in die 22-Millionen-Stadt Mexiko City. Dort unterrichtet er am Colegio Alemán Alexander von Humboldt in Mexiko-Stadt, wo er mit seiner Partnerin und seinen zwei Söhnen. Mit «dedo caracol», seiner vierköpfigen und viersprachigen mexikanischen Rockband, hat er seine musikalischen Gefilde erweitert, während er der Schildkröte «tartaruga» eine Pause gönnt.

Gereifter Musiker

Im Gespräch mit dem «Regionaljournal Graubünden» von Radio SRF sagt Cathomen: «Mit meiner mexikanischen Band mache ich heute erwachsene Musik. Tartaruga im Gegenzug macht die die Musik eines jungen Mannes auf der Suche».

Aufbruch in die nächste Lebensphase

Dies zeigt sich auch auf dem neuen Album «¿E schiglioc?ni ils scutinems da temps vargai» Die Stücke auf dem Album sind in den Jahren 2002 bis 2005 in der Schweiz entstanden, bevor Cathomen nach Mexiko-City auswanderte. Sie sind ein Rückblick auf eine Lebensphase und zugleich Aufbruch in die nächste. Aktuell überlegt sich Cathomen, ob er mit seiner Familie zurück in die Schweiz kommen will.