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Wahlen Graubünden Jon Domenic Parolini (BDP): «Man kanns nicht allen recht machen»

Jon Domenic Parolini will den zweiten BDP-Sitz in der Bündner Regierung retten. Der Scuoler Gemeindepräsident möchte den abtretenden Hansjörg Trachsel beerben. Parolini positioniert sich hauptsächlich als Wirtschaftspolitiker.

Seit 14 Jahren ist Jon Domenic Parolini Mitglied des Grossen Rates. Ebenfalls seit 14 Jahren ist er Gemeindepräsident von Scuol. Das «Regionaljournal Graubünden» von Radio SRF bittet Parolini zum Jobtausch! Der gelernte Forstingenieur versucht sich als Werkarbeiter bei der Schneeräumung in seinem Dorf.

Jobtausch-Reportage

Parolini politisierte ursprünglich für die SVP. Nach der Parteispaltung 2008 lief er zur neugegründeten BDP über. Seit 2010 ist er Parteipräsident der Bündner BDP.

Der 54-jährige Gemeindepräsident positioniert sich hauptsächlich als Wirtschaftspolitiker. Er findet es wichtig, dass sich Unternehmen im Kanton ansiedeln. Und da sei die Politik gefordert: «Das Beste für die Wirtschaft sind gute Rahmenbedingungen», sagt Parolini. Deshalb solle der Kanton für Unternehmen auch günstige Steuerbedingungen bieten.

Bündner Politiker anderer Parteien empfinden Parolini als konsensorientiert. Allerdings sei nicht immer klar erkennbar, welche Haltung der Unterengadiner zu einem Geschäft vertrete.

Ich erinnere mich, dass er im Parlament ein Votum abgegeben hat und am Schluss wusste ich nicht, ob er nun dafür oder dagegen ist.
Autor: Marcus CaduffFraktionspräsident CVP

Ein zentrales Anliegen von Jon Domenic Parolini ist die Wasserkraft. Er hatte sich für ein Moratorium für Restwassersanierungen stark gemacht und mit seiner BDP einen Fraktionsauftrag eingereicht. Dies blieb erfolglos.

Bei der Einführung der Schriftsprache Rumantsch Grischun in der Schule setzt Parolini auf Kompromisse. Er ist gegen einen Einführungszwang. Ein wichtiges Anliegen für den Scuoler ist zudem die gute Erschliessung der Randregionen durch den öffentlichen Verkehr.

Parolinis grösster Konkurrent im Rennen um den frei werdenden Regierungssitz ist SVP-Kandidat Heinz Brand. In einer ersten repräsentativen Umfrage vor den Wahlen hatte Brand die Nase vorn. Als Aussenseiter tritt Jürg Kappeler von den Grünliberalen an.

Fragen an Jon Domenic Parolini

Was ist das drängendste Problem in Graubünden?

In den nächsten Jahren müssen wir vor allem gegen
die schlechter werdenden Rahmenbedingungen für Graubünden ankämpfen. Allfällige
Anpassungen des nationalen Finanzausgleichs und die Unternehmenssteuerreform
werden sich nachteilig auf unseren Kanton auswirken. Die Umsetzung der
Zweitwohnungsinitiative, des revidierten Raumplanungsgesetzes und der
Masseinwanderungsinitiative sind sehr grosse Herausforderungen.

Wo, ausserhalb von Graubünden, würden Sie gerne
wohnen?


Ich würde einen schönen Ort mit wunderbarer
Bergkulisse und Weitsicht bevorzugen.

 

Worin
sind sie gut?

Ich kann gut zuhören, bin empathisch, denke
und handle differenziert und habe grosse Ausdauer.
Das
würde ich heute anders machen:



Ich wüsste nicht was. Ich bin mit dem Bisherigen
zufrieden.

Dieses
Erlebnis hat mein Leben verändert:



Meine Hochzeit und die Geburt meiner Kinder.



Was
zeichnet Sie als Politiker aus?



Ich habe grosse strategische und operative Erfahrung
als Exekutivpolitiker. Wo es Probleme und Handlungsbedarf gibt, packe ich an,
ohne mich in den Mittelpunkt zu stellen. Ich bin immer bestrebt, das Wohl der
Bevölkerung im Fokus zu haben.

Die Regionalredaktion Graubünden hat die Kandidaten aufgefordert, ihr Stimmverhalten bei den vergangenen und den geplanten Abstimmungen offenzulegen. Mit den Antworten haben wir ein «Abstimmungsprotokoll» erstellt:

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