Was das Reh vor uns verborgen hält

Von allen wildlebenden Huftierarten hat sich das Reh am besten an die vom Menschen gestaltete Landschaft angepasst. Das Bündner Naturmuseum widmet dem Reh seine aktuelle Sonderausstellung.

Ein Rehboch mit einer einzelnen Geweihstange

Bildlegende: Durch Verletzungen können die Geweihe der Rehe deformiert werden. Dieser Rehbock trägt nur eine Geweihstange. Keystone

Wenige Wildtiere haben sich so gut an die vom Menschen geprägte Landschaft angepasst wie das Reh. Rehe bevorzugen Lebensräume, in denen sie sowohl Verstecke wie auch offene Flächen vorfinden. Bedingungen, die ihnen im Kulturland geboten werden. Deshalb können Rehe, im Vergleich zu den anderen Bündner Paarhufern Hirsch, Gämse, Steinbock und Wildschwein relativ häufig beobachtet werden.

Das Reh besiedelt aber auch dichte Wälder und Gebiete an der Waldgrenze. Und im Leben der Rehe gibt es viele verborgene Besonderheiten, die den Menschen meist unbekannt sind. Das Bündner Naturmuseum in Chur beleuchtet diese Aspekte in der neuen Sonderausstellung «Das Reh - durch Anpassung zum Erfolg».

Von der Grösse überrascht

«Viele Besucher staunen über die Grösse der Rehe. Erst in der Ausstellung merken sie, wie grazil die Tiere wirklich sind», sagt Museumspädagoge Flurin Camenisch. So beträgt die Schulterhöhe der Tiere zwischen 60 und 90 Zentimeter.

Angepasst hat sich das Reh aber nicht nur an die menschlich geprägte Landschaft. Auch die für die kleinen Tiere oftmals schwierigen Lebensbedingungen erforderten einige Anpassungen. Die Brunft der Rehe beispielsweise findet bereits im Sommer statt. So haben die Rehe genügend Zeit, sich vor dem Winter von der anstrengenden Paarungszeit zu erholen.

Allerdings entwickelt sich die befruchtete Eizelle erst rund vier Monate nach der Paarung. Dies, damit die Kitze im Frühling zur Welt kommen, wenn das Nahrungsangebot am grössten ist.