Eisfischen auf dem Silsersee Weniger Fische gefangen als erhofft

Es war eine Premiere in Graubünden: Zum ersten Mal durfte auf einem zugefrorenen See gefischt werden. In Sachen Fangzahlen haben sich die Verantwortlichen aber mehr erhofft.

Blick auf den gefrorenen Silsersee an einem schönen Wintertag.

Bildlegende: Die Eisfischer auf dem Silsersee waren nicht so erfolgreich wie erhofft. RTR

  • Der kanadische Seesaibling wurde Mitte des letzten Jahrhunderts im Oberengadin ausgesetzt. Der Räuber fresse allerdings die einheimischen Fische, heisst es aus Fischerkreisen.
  • Deshalb zielte das Pilotprojekt insbesondere auf den Namaycush. Zielsetzung: 100 Fische sollten im ersten Winter gefangen werden.
  • Schliesslich wurden aber nur etwas mehr als 30 Fische gefangen, der Anteil an kanadischen Seesaiblingen betrug etwa 65 Prozent.

Ansonsten sei die erste Versuchsphase aber positiv verlaufen, heisst es sowohl beim Kanton als auch beim Fischereiverein Silsersee. Das Nebeneinander von Fischern, Langläufern und Spaziergängern sei reibungslos verlaufen.

Wie es weitergeht, entscheidet sich im Juni. Dann wollen Kanton und Fischereiverein gemeinsam über den kommenden Winter diskutieren. Der Fischereiverein erhofft sich Regeländerungen. Unter anderem soll mehr Eisfläche für die Fischerei zur Verfügung stehen.

Erst nach dem nächsten Winter wird über die Zukunft der Eisfischerei entschieden. In Frage kommen gemäss dem kantonalen Fischereibiologen Marcel Michel auch andere Gewässer, insofern das Fischereirecht dort in privaten Händen liegt: «Auf Seen, die dem Kanton gehören, wird die Eisfischerei nicht zum Thema.»