Wenn die Stempeluhren anders ticken

Eine Bündner Gerüstbaufirma soll Stempeluhren manipuliert und Mitarbeiter betrogen haben. So die Vorwürfe der Gewerkschaft Unia. Mit elekronischen Zeiterfassungs-Systemen lässt sich allerlei anstellen. Oft zu Ungunsten der Mitarbeiter.

Zeiterfassung

Bildlegende: Zeiterfassung erfasst nicht immer die eingestempelte Zeit. Keystone

Die Gewerkschaft Unia erhebt schwere Vorwürfe gegen die Emser Firma Tscharner. Das Unternehmen soll Beschäftigte in den letzten Jahren um insgesamt mehrere Millionen Franken Lohn betrogen haben. In erster Linie sei bei den elektronisches Stempeluhren manipuliert worden.

Sind solche Manipulationen so einfach vorzunehmen? Ja, sagt Peter Schmid, der mit seinem Unternehmen Variotime solche Systeme verkauft. «Mit Administratorenrechten kann ich aus 7.05 Uhr mittels Tastatur 7.30 Uhr machen», sagt Schmid gegenüber dem «Regionaljournal Graubünden» von Radio SRF.

Zudem sei es auch möglich, zu Ungunsten der Mitarbeiter automatisch zu runden. Kommt jemand zwei Minuten zu spät, werden daraus beispielsweise automatisch 15 Minuten.

Bei elektronischen Stempeluhren können Manipulationen meist im Nachhinein rückverfolgt werden. Im Falle des mutmasslichen Betrugsfalles ermittelt die Staatsanwaltschaft.