Widerstand gegen Fotofallen

Mit einer Studie haben die Koordinationsstelle für Grossraubtiere (Kora) und der Kanton Graubünden vergangenes Jahr untersucht, ob sich Fotofallen zur Überwachung von Wölfen eignen. Das Projekt stiess aber auf Kritik.

Ein Mann montiert eine Kamera an einem Baum.

Bildlegende: Die Bündner Wildhut montiert eine Fotofalle im Calanda-Gebiet. Keystone

Während mehrerer Monate haben die Koordinationsstelle für Grossraubtiere (Kora) und das Amt für Jagd und Fischerei Graubünden 26 Fotofallen rund um den Calanda positioniert. Dadurch sollte untersucht werden, ob sich ein flächendeckendes Netz von Kameras zur Überwachung von Wolfsrudeln eignet. Angewandt wird das System heute in erster Linie zum Monitoring von Luchsen.

Dabei sind zahlreiche Aufnahmen von Wölfen gelungen, weshalb für Ralph Manz von der Kora auch klar ist, dass Fotofallen in Zukunft ein wichtiger Bestandteil des Monitorings sein werden. Es habe sich aber gezeigt, dass der Zeitpunkt der Studie ungünstig war. Sie wurde im Frühjahr und Sommer durchgeführt, als die Welpen meist am Wurfplatz blieben und auch die anderen Wölfe selten zusammen unterwegs waren.

Trin interveniert

Deshalb hätten die Verwantwortlichen die Kameras gerne länger im Gebiet gelassen. Weil sich aber die Bevölkerung mehr und mehr an den Fotofallen gestört habe, intervenierte die Gemeinde Trin und setzte dem Kanton eine Frist, die Kameras zu entfernen. «Wir sind nicht über den Aufbau und die Standorte der Kameras informiert worden, obwohl wir das verlangten», sagt Gemeindepräsident Stefan Cahenzli. Weil die Fotofallen entlang von Wanderwegen und Strassen montiert wurden, sei dies auch aus Datenschutzgründen heikel. Auch wenn Ralph Manz versichert, jedes Bild, auf dem eine Person zu sehen war, sei gelöscht worden.