Wieviel Passugger darf’s denn sein?

Giftgrüne Sitz-und Liegegelegenheiten, hübsche Bäumli und Sträucher zieren den Churer Theaterplatz: Nur die Stadt hat diesen öffentlichen Platz nicht selber gestaltet, sondern sich von Sponsoren bezahlen lassen.

Sitzbank aus grünem Plastik, ein Reinigungsfahrzeug im Hintergrund.

Bildlegende: Baum, Sitzbank und auch das städtische Reinigungsfahrzeug - alles gesponsert. srf

Das kleine Strassenputzfahrzeug dreht seine Runden, auf und ab – inmitten von Passanten, beste Werbelage. Und seit kurzem ist das «Putzwägeli» tatsächlich auch Werbeträger. «Gönnen sie sich einen heissen Feger!» heisst es auf der Seitenfläche des städtischen Fahrzeuges. Eine Autofirma hat sich diesen Platz geangelt. Die Werbeflächen auf den Strassenputzwagen spülen jährlich rund 10‘000 Franken in die Stadtkasse.

Kasse aufbessern

Der Churer Stadtrat Tom Leibundgut verteidigt dieses Sponsoring von öffentlichen Plätzen und Flächen. Er selber sei aktiv und finde immer wieder Plätze und Orte, die sich dafür eignen. So ist mittlerweile die ganze Möblierung des Churer Theaterplatzes gesponsert, einige Kreisel sind von Firmen gestaltet worden und eine Firma hat für rund 100‘000 Franken eine Ausflugshütte renoviert.

Keine Regeln

Was sich in den zwei Jahren, seit Tom Leibungut Stadtrat ist, in Chur entwickelt hat, passiert ohne Regeln. Selbstverständlich rede der Stadtrat bei der Gestaltung mit, sagt er. Es gäbe auch immer wieder Sachen, welche er ablehne. So sei zum Beispiel eine Kreiselgestaltung abgelehnt worden, weil es zu viel Firmenwerbung und zu wenig Gestaltung hatte. Aber Regeln für dieses Sponsoring von öffentlichen Plätzen gibt es noch keine. Die Stadt ist derzeit daran, Punkte auszuarbeiten, welche für das Sponsoring von Verkehrskreiseln gelten sollen.