«Wir haben ein sehr ähnliches Bärenkonzept»

Die Bündner Regierung will, dass Problembären früher erkannt werden. Diese sollen künftig bereits in Italien abgeschossen werden, bevor sie in den Kanton Graubünden einwandern. In der Bärenregion Trentino stösst die Kritik auf Unverständnis.

Der Bär M11 liegt auf dem Waldboden und schaut aufmerksam nach rechts.

Bildlegende: Der Bär M11 gilt in Italien als Risikobär und soll eingefangen werden. Tommaso Borghetti / Servizio foreste e fauna della Provincia di Trento

Klare Worte wählte gestern der Bündner Regierungsrat Mario Cavigelli: Italien kümmere sich zu wenig um Problem-Bären. Sie vertreibe diese nur, statt die Tiere abzuschiessen. Die Bündner Regierung forderte deshalb den Bund auf, in dieser Sache aktiv zu werden.

Bündner Kritik erstaunt in Italien

Claudio Groff ist der Bärenverantwortliche der italienischen Provinz Trentino.Die Kritik aus Graubünden erstaunt ihn. Auch Italien habe klare Richtlinien, wann ein Bär überwacht oder eingesperrt werde. Es gebe kaum Differenzen zwischen den beiden Ländern, schliesslich arbeite man seit Jahren eng zusammen.

Gefragt, wieso Problembären aus Italien in die Schweiz kommen, sagt Groff, es sei möglich, dass manche Tiere ihr Verhalten änderten. In der Schweiz wie auch in Österreich habe ein Tier mehr Gelegenheiten auf den Mensch zu treffen und ihm Schaden zuzufügen als im weitläufigen Trentino.

M11 soll eingefangen werden

Rund 40 Bären befinden sich zurzeit in der Region. Zurzeit beobachten die italienischen Behörden drei Tiere genauer. Vor allem M11 fiel in Italien negativ auf. Das Tier riss im Frühling Kühe und soll nun eingefangen werden. Zurzeit wisse man jedoch nicht, wo der Bär sei, sagt der Bärenverantwortliche Claudio Groff.