Zuviele Luxuswohnungen in Davos

Demnächst eröffnet in Davos das 5-Sterne-Hotel Stilli Park. Zum Bauprojekt der Credit Suisse gehören auch 38 luxuriöse Eigentumswohnungen. Verkauft ist jedoch erst ein Drittel der Wohnungen. Die Gründe: Das hohe Preisniveau und Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Zweitwohnungs-Initiative.

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Zuviele Luxuswohnungen in Davos

4:58 min, aus Schweiz aktuell vom 21.10.2013

Das 5-Sterne-Hotel Stilli Park am in Davos ist ein auffälliger Bau. In eineinhalb Monaten wird das Hotel eröffnet. 500 Arbeiter nehmen auf der grössten Baustelle im Kanton den Endspurt des 155 Millionen Franken teuren Baus in Angriff. Zum Hotel gehören auch 38 luxuriöse Eigentumswohnungen.

Die Credit Suisse, als Eigentümerin des Projekts, will mit dem Verkauf der Wohnungen das Hotel querfinanzieren. Die ersten Wohnungen sind ab Dezember bezugsbereit. Sie kosten zwischen 2 und 3,5 Millionen Franken. Definitiv verkauft sind jedoch erst 12 der 38 Wohnungen, wie die Sendung «Schweiz aktuell» berichtet. Vier weitere sind reserviert.

Verunsicherung wegen Zweitwohnungsinitiative

Der zuständige Immobilienfonds-Manager der Credit Suisse, Lucas Meier, macht das wirtschaftliche Umfeld aber auch die Zweitwohnungs-Initiative dafür verantwortlich: «Wegen der Polemik und Diskussionen in diesem Zusammenhang wissen die Käufer nicht, was noch alles auf den Markt kommt und ob sie noch zuwarten sollen». Tatsächlich ist auch eineinhalb Jahre nach der Annahme der Zweitwohnungsinitiative noch nicht klar, wie genau die 20%-Klausel für Ferienwohnungen in den Berggemeinden angewendet wird.

Nach der Annahme der Zweitwohnungsinitiative besteht in vielen Bergregionen ein Überangebot von solchen Objekten und nicht, wie von vielen vorausgesehen, eine Verknappung. Immobilienmakler Oliver Roth der Firma Remax bestätigt, dass die Verkäufe von Wohnungen ab 1 Million Franken schwieriger geworden ist. Auch er glaubt, dass die Zweitwohnungs-initiative einige Käufer abschreckt: «Es ist möglich, dass die Gemeinden bei einer strengen Umsetzung der Initiative neue Steuern für Zweitwohnungs-Besitzer anwenden werden. Dies weil die Einnahmen des Zweitwohnungsbaus wegfallen».

Warten auf Preissenkungen

Die Immobilienpreise in der Schweiz sind in den letzten Jahren massiv gestiegen. Die hohen Preise seien auch ein Grund für die sinkende Zahlungsbereitschaft. Das sagt Patrick Schnorf, vom Immobilienberatungs-Unternehmen Wüest & Partner. «Zudem gibt es strengere Vorschriften der kreditgebenden Banken für Hypotheken». Ob die Preise jedoch demnächst sinken, ist unklar. «Die Preise sind noch stabil. Erst einzelne Hochpreisregionen haben leicht korrigiert».

Der ehemalige Davoser Hotelier Ernst Wyrsch glaubt an den Erfolg des Stilli Parks: «Wenn das Hotel und die Wohnungen erst einmal fertig gebaut sind, werden die Käufe anziehen. Auch zahlungskräftige WEF-Kunden werden sich dann interessiert zeigen».

Auch die Credit Suisse als Eigentümerin des Stilli Parks gibt sich zuversichtlich, dass ihre Wohnungen verkauft werden. Ihr Ziel sei von Anfang an gewesen, dass die Wohnungen bis im Winter 2014 / 2015 weg seien, sagt Lucas Meier. Die Bank nimmt damit in Kauf, dass Wohnungen noch ein Jahr lang leer stehen.