Adler kreisen über der Stadt

Wer in der Stadt St. Gallen zum Himmel hinaufschaut, sieht Krähen und Schwalben - manchmal aber auch einen Adler. Die grossen Greifvögel sind im Alpsteingebiet heimisch, drängen aber in die Voralpen. Vor allem Jungtiere dehnen ihre Such- und Erkundungsflüge in die Zivilisation aus.

Ein Steinadler

Bildlegende: Der Steinadler drängt ins Voralpengebiet. Keystone

Ein kreisender Adler über Stadt? Das sei einfach zu erklären, sagt Dominik Thiel, Leiter des st. gallischen Amtes für Natur, Jagd und Fischerei. Die Steinadler seien in der Schweiz praktisch ausgerottet gewesen, die Bestände hätten sich aber gut erholt. «Heute haben wir die Situation, dass die Steinadler zunehmend ins Voralpengebiet drängen. Da die Tiere weit fliegen, können sie durchaus auch über der Stadt auftauchen.»

Auf der Suche nach neuen Lebensräumen

Im Alpsteingebiet gibt es zwischen fünf und sechs Adlerpaare, die regelmässig brüten. «Mittlerweile gibt es aber auch im Neckertal drei Horste», sagt Thiel. Hier liessen sich die Adler auf hohen Bäumen nieder. Vor allem junge Tiere gingen dann auf Erkundungsflüge Richtung Flachland - auf der Suche nach einem geeigneten Platz, wo sie sich später niederlassen können.