Allerlei Getier auf Stoffen in St. Gallen

Ein ungewöhnliches Bild bietet das Textilmuseum St. Gallen in den nächsten Wochen. In den Ausstellungsräumen tummelt sich allerlei Getier. Es geht um Tierdarstellungen auf Textilien vom 16. Jahrhundert bis heute. Schön oder schaurig machen sich Löwen, Hasen oder Einhörner auf den Geweben breit.

Schaufensterpuppen mit Tierköpfen tragen unheimliche Strickkreationen von Christa Michel, 2003.

Bildlegende: Unheimliche Strickkreationen von Christa Michel, 2003. ZVG

Das Textilmuseum St. Gallen widmet dem Tier die Ausstellung «Viecher». Zu sehen gibt es gestrickte, gestickte oder auf Stoff gedruckte Tiere. Die Schau zeigt, wie sich Entwerfer im Laufe der Zeit mit einheimischen, exotischen oder phantastischen «Viechern» auseinandersetzten und auf die Stoffe brachten. Die Ausstellung dauert bis am 7. April.

Geliebt, gefürchtet oder gehasst - das Tier ist Teil unseres Lebens. Das war für die Kuratorin Annina Weber Grund genug sich anzusehen, welche Rolle Tiere auf Stoffen spielen. Mit dem Blick der Textildesignerin durchforstete sie die Depots des Museums auf der Suche nach «Viechern», und wurde quer durch alle Epochen fündig. Sie teilte die Viecher in die Kategorien «schön», «niedlich» und «unheimlich» ein.

In Szene gesetzt wurden die «Viecher» vom Luzerner Szenographen Bernhard Duss. Er sah sich im Vorfeld mit ungewohnten Problemen konfrontiert. «Der Transport des Löwen, einer Leihgabe aus dem Naturmuseum St. Gallen, über die Treppen in den zweiten Stock des Textilmuseums, kostete ihn einiges an Nerven», amüsiert sich Michaela Reichel, die Direktorin des Textilmuseums. Sie gibt aber zu, dass das 100 Kilo schwere, sperrige Präparat eine gross logistische Herausforderung dartstellte.