Alt Bundesrichter Féraud untersucht Vorfälle im EVZ Kreuzlingen

Alt Bundesrichter Michel Féraud ist damit beauftragt, die Vorwürfe zu untersuchen, welche die Sonntagszeitung bezüglich Behandlung von Asylsuchenden im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) Kreuzlingen erhoben hat. Féraud wird seine Arbeit in den nächsten Tagen aufnehmen.

alt Bundesrichter Michel Féraud

Bildlegende: Michel Féraud war sechs Jahre lang Präsident der 1. öffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichts. 2010 trat er... Keystone

Damit übernimmt wie angekündigt eine externe Stelle die Untersuchung. Anlass für die Ermittlungen sind Vorwürfe in der «SonntagsZeitung» vom 17. Januar. Eine Undercover-Aktion der Zeitung hatte zu Anschuldigungen vor allem gegen das Sicherheitspersonal im Empfangs- und Verfahrenszentrum in Kreuzlingen geführt.
Wie das SEM am Freitag mitteilte, fällte Staatssekretär Mario Gattiker den Entscheid für eine externe Abklärung bereits nach Erscheinen der Reportage. Inzwischen fand sich Michel Féraud für die Aufgabe. Das SEM wird die Öffentlichkeit nach Abschluss der Untersuchung informieren.

Happige Vorwürfe gegen EVZ-Personal

Im Zeitungsbericht ist unter anderem die Rede von Gewalt gegen Asylsuchende. Zudem bemängelte der Journalist die Betreuung der Kinder. Weiter kritisierte er einen fehlenden Andachtsraum. Diesen Vorwurf räumte das SEM bereits aus: Es gebe einen Gebetsraum für alle Konfessionen. Es könne aber vorkommen, dass er wegen Platzmangels als Schlafraum genutzt werden müsse.
Beim Vorwurf wegen der Durchsuchungen von Asylsuchenden hielt das Staatssekretariat fest, solche Aktionen dienten der Sicherheit im Zentrum.