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Alt-Nationalrätin Lucrezia Meier-Schatz: Noch immer beharrlich und engagiert

Lucrezia Meier-Schatz (CVP-SG) erhält Applaus bei ihrer Verabschiedung im Nationalrat, am Freitag, 25. September 2015.
Legende: Lucrezia Meier-Schatz (CVP/SG) erhält Applaus bei ihrer Verabschiedung im Nationalrat, am Freitag, 25. September 2015. Keystone

Lucrezia Meier-Schatz sass 16 Jahre lang für die CVP im Nationalrat und hat die Familienpolitik ihrer Partei mitgeprägt. Noch heute setzt sie sich für ihre Wahlheimat, das Neckertal, ein: Auch dank Lucrezia Meier-Schatz ist der neu eröffnete Baumwipfelpfad in Mogelsberg realisiert worden. Bei dieser Gelegenheit zeigte sie sich wieder einmal in der Öffentlichkeit. Wir haben die Chance genutzt, Sie zu fragen, was sie umtreibt.

SRF News: 2015 sind sie aus dem Nationalrat nach 16 Jahren zurück getreten. Wie geht es ihnen heute?

Lucrezia Meier-Schatz: Es geht mir gut. Ich habe das Privileg, dass ich mehr Freizeit habe. Trotzdem habe ich noch einige berufliche Herausforderungen und auch Zeit, mich vermehrt ehrenamtlich für die Region einzusetzen.

Mehr Zeit für die Musik und die Forschung haben sie sich bei ihrem Rücktritt für sich selber gewünscht. Ist es dazu gekommen?

Es ist sehr wohl dazu gekommen. Ich habe mit Klavierstunden angefangen. Und ich schreibe im Moment einen wissenschaftlichen Artikel für ein Buch.

In welchem Bereich forschen sie?

Primär geht es um Wirtschaftsethik. Dort liegen meine Kernfragen. Es gab eine Zeit, in der ich berufsbedingt mehr im familienpolitischen Bereich publiziert habe. Angefangen habe ich aber ursprünglich mit Wirtschaftsethik. Jetzt komme ich wieder darauf zurück. Es geht dabei um Ethik in Zusammenhang mit der christlichen Soziallehre.

Sie leben im Neckertal, sind aber im Kanton Neuenburg aufgewachsen und haben auch viele Jahre in Amerika gelebt und gearbeitet. Wo ist ihre Heimat?

Heimat ist ein grosses Wort. Heimat, sagen die einen, ist dort, wo man sich wohlfühlt. Ich fühle mich an verschiedenen Orten wohl. Und von daher: Das Neckertal ist ein wunderschöner Ort zum Leben. Heimat hat aber auch viel mit Sprache zu tun. Und hier bin ich dem Französischen näher als dem Deutschen.

Die CVP hat im Kanton St. Gallen nicht mehr die Bedeutung wie vor 30 Jahren. Womit hat das zu tun?

Ich glaube, wir sind in einem tiefgreifenden, gesellschaftlichen Wandel. Das 21. Jahrhundert hat ganz neue Herausforderungen mit sich gebracht. Die grossen Herausforderungen sind die Digitalisierung und die damit verbundene Angst vor dem Arbeitsplatzverlust. Das sind Herausforderungen, auf welche sich die etablierten Parteien schwer tun, Antworten zu finden.

Aber warum trifft es besonders die CVP?

Es trifft nicht nur die CVP. Es ist alternierend. Wenn sie die Geschichte betrachten, gab es einmal eine Phase, als die SP oder die FDP verloren haben. Momentan ist die FDP im Aufwind und die SVP zum Beispiel stagniert. Es sind immer Wellenbewegungen. Und ich glaube, es ist unsere Aufgabe als C-Partei, die richtigen Antworten auf die grossen, gesellschaftlichen Fragen zu finden. Wenn uns das gelingt, können wir auch wieder Terrain gewinnen.

Das Gespräch führte Peter Schürmann.

SRF 1, Regionaljournal Ostschweiz, 17:30 Uhr

2 Kommentare

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  • Kommentar von Daniel Schmidlin (Tellerwäscher)
    Sie hat die CVP im Kanton St. Gallen klein gemacht. Eugen David hat ihr dabei geholfen. Die CVP war nun halt mal eine sehr bürgerliche Partei in diesem Kanton. Das hatte sie aber nicht akzeptiert. Viele Wähler und Parteimitglieder haben dann das Weite gesucht. Die Schuld lag aber nicht nur bei ihr.
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Wenn sich doch die vielen PolitikerInnen vermehrt und gemeinsam für das essentielle und existenzielle Wohl der Schweizer Bevölkerung einsetzen würden, gäbe es bestimmt schon länger die absolute Gleichberechtigung- Lohngleichheit von Frau und Mann, keine "Volks-Ausbeutung- Gesundheitsschädigung" in verschiedenen Bereichen (Chemie-LW, Gesundheits- Sozial-Bildungs-Strassen-Un-Wesen, etc..)mehr!! Eben echte "Volks-Politik"!
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