Appenzell Ausserrhoden holt sich günstige 50 Millionen

Der Kanton Appenzell Ausserrhoden hat letzte Woche erstmals Obligationen auf den Markt gebracht. So nimmt der Kanton 50 Millionen Franken ein, um die Defizite im Staatshaushalt zu decken. In fünf Jahren wird das Geld den Anlegern zurückgezahlt.

Regierungsgebäude Appenzell Ausserrhoden

Bildlegende: Die 50 Millionen Franken fliessen Mitte Juli in die Ausserrhoder Staatskasse. Keystone

Seit 2010 schreibt Appenzell Ausserrhoden rote Zahlen. Die Regierung rechnet damit, dass der Kanton erst ab 2016 wieder mehr Geld einnimmt als er ausgibt. Um die Defizite in der Zwischenzeit zu decken, braucht der Kanton Geld. Er nimmt die benötigten 50 Millionen Franken nun mit Obligationen auf.

Das Volumen sei vergleichsweise klein und die Laufzeit von fünf Jahren kurz, sagt Bruno Mayer vom Ausserrhoder Finanzamt. «Wir konnten ein Produkt entwickeln, welches es sonst auf dem Markt fast nicht gibt.» Die Obligationen waren im Nu verkauft. Deshalb kann Appenzell Ausserrhoden von einem guten Zins profitieren.

Neue Situation

Bislang habe man kaum Fremdgeld gebraucht, sagt Mayer. Weil in der Vergangenheit üppig Geld von der Nationalbank floss, sei die finanzielle Situation praktisch immer gut gewesen. Wenn es doch einmal knapp wurde, hat Appenzell Ausserrhoden jeweils Darlehen aufgenommen.

Im Jahr 2019 muss Appenzell Ausserrhoden das Geld den Anlegern wieder zurückzahlen. Bis dann will die Regierung wieder genügend Geld angehäuft haben. Deshalb habe man eine so kurze Laufzeit gewählt, so Mayer.

Die Rechnungsergebnisse von 2010 bis 2018

2010-15,7 Mio.
2011-5,3 Mio.
2012-21,9 Mio.
2013-24,3 Mio.
2014 (geplant)-23,3 Mio.
2015 (geplant)-1,8 Mio.
2016 (geplant)+0,5 Mio.
2017 (geplant)+0,2 Mio.
2018 (geplant)+0,4 Mio.