Arboner Komitee fordert mehr Plätze für Demenzkranke

Im September lanciert das Komitee «Demenzstrategie für Arbon» eine Volksinitiative. Diese fordert genügend Tagestätten für Demenzkranke und die Gründung eines Kompetenzzentrums. Der Arboner Stadtrat sieht keinen Handlungsbedarf.

Pflegerin hält alte Frau an der Hand

Bildlegende: In der Schweiz leben laut dem Bundesamt für Gesundheit rund 110'000 demenzkranke Menschen, zwei Drittel davon zuhause. Keystone

Eine Motion mit ähnlichem Inhalt von CVP-Stadtparlamentarier Luzi Schmid ist im Mai vom Parlament zurückgestellt worden. «Der Stadtrat und eine Mehrheit des Parlaments verharmlost das Problem», sagt der ehemalige Kantonsrat. «Jetzt muss der Druck von der Strasse kommen.»

Im September startet das Komitee mit der Unterschriftensammlung. Innert einer Frist von 90 Tagen müssen 400 Unterschriften zusammen kommen. Das Ziel seien aber mindestens 800 Unterschriften, sagte Schmid.

Der Arboner Stadtrat ist der Meinung, es habe genügend Plätze. Es gebe ein breites Angebot. Obwohl der Stadtrat keinen Handlungsbedarf sieht, erkennt er die Brisanz des Themas.

Tickende Zeitbombe

Das Angebot an Tagesstätten sei ständig ausgelastet. Im ganzen Kanton Thurgau gibt es nur 26 Plätze - acht Plätze in der Oase in Amriswil und 18 Plätze in Memoryklinik in Münsterlingen. Im Kanton Thurgau gebe es aber rund 3200 demenzkranke Menschen, sagte die ehemalige SVP-Kantonsrätin Marlies Näf-Hofmann.

Betroffene, die zuhause leben, werden rund um die Uhr von Angehörigen betreut. Diese seien physisch und psychisch übermässig gefordert, sagte Näf-Hofmann. In Arbon solle deswegen ein Kompetenzzentrum geschaffen werden, wo die Krankheit früher erkannt und die Angehörigen niederschwellig Beratung und Unterstützung erhalten. Die grosse Zahl der Demenzkranken, die täglich Hilfe brauchen, sollten im Durchschnitt zwei Tage pro Woche eine spezialisierte Tagesstätte besuchen können, sagte Schmid.