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Ostschweiz Arboner Saurer in chinesischen Händen

Der Industriekonzern Oerlikon verkauft die Hälfte seiner Textilmaschinensparte. Für rund 650 Millionen Franken geht das Geschäft mit Textilmaschinenkomponenten und Maschinen für Naturfasern an die Jingsheng Gruppe. Diese lässt auch den traditionsreichen Arboner Namen Saurer wieder aufleben.

Legende: Video Traditionsname Saurer lebt neu auf abspielen. Laufzeit 02:33 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 04.12.2012.

Die zum Konzern gehörenden Unternehmen stellen Werkzeugmaschinen, Textilrecylingmaschinen sowie medizinische Tests her. Die Jingsheng Gruppe wurde vor rund 12 Jahren in der Jintan-Wirtschaftszone in der chinesischen Provinz Jiangsu gegründet.

Wie es in den Communiqués von Oerlikon und Jingsheng hiess, wird der chinesische Konzern alle 3800 Mitarbeiter und sämtliche Betriebsstätten übernehmen. Darunter auch 180 Mitarbeitende an den Standorten Wattwil und Arbon.

Wenig Änderungen für Mitarbeitende

Für die Mitarbeiter ändere sich grundsätzlich wenig, sagt der zukünftige Verwaltungsratspräsident und ehemaliger CEO der Saurer, Heinrich Fischer, gegenüber dem Regionaljournal Ostschweiz. «Wir übernehmen alle Mitarbeitenden weltweit mit den jeweiligen, bestehenden Arbeitsverträgen.»

Der Verkauf soll im Frühherbst kommenden Jahres vollzogen werden und muss vorher noch von mehreren nationalen Wettbewerbsbehörden genehmigt werden.

Gewerkschaften skeptisch

Die Gewerkschaften im Thurgau haben nichts von der Übernahme gewusst. Einmal mehr seien sie nicht ins Boot geholt worden, sagt Gudio Schluep von der Syna gegenüber dem Regionaljournal Ostschweiz. «Diese chinesische Investoren-Gruppe hat sehr viel Geld. Sie wollte bestimmt nur den guten Namen Saurer kaufen - was jetzt mit den Standorten Arbon und Wattwil passiert, werden wir sehen.»

Nicht erste Devestition

Der Verkauf eines grossen Teil des Textilmaschinengeschäfts ist nicht die erste Devestition, seit der russische Industrielle Viktor Vekselberg die Kontrolle über den Oerlikon-Konzern übernommen hat und das Unternehmen mit einer Refinanzierung von seiner riesigen Schuldenlast befreit werden musste.

Dass chinesische Investoren-Gruppen auf dem europäischen Markt Firmen einkaufen, ist in jüngerer Zeit öfters zu beobachten. Laut Günter Müller-Stewens, Leiter des Instituts für Betriebswirtschaft an der HSG, verbessern chinesische Unternehmen so gezielt ihr Wissen in Bereichen, in denen sie selbst nicht so stark sind.

Auf diese Weise würden die chinesischen Unternehmen auf dem Weltmarkt konkurrenzfähiger. In der Ostschweiz ist die Übernahme von Saurer aber der erste Fall in dieser Dimension. Gemäss Müller-Stewens könnten weitere Übernahmen in der Ostschweiz aber folgen.

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