Asbest: Glarner Regierung will keine Untersuchung

Die Rolle staatlicher Institutionen bei der Asbestproduktion durch die Eternit im glarnerischen Niederurnen soll nicht durchleuchtet werden. Die Glarner Regierung beantragt dem Landrat, eine entsprechende Motion abzulehnen.

Mann krazt an Asbestplatten.

Bildlegende: SP-Landrat Marco Kistler will die Rolle staatlicher Institutionen bei der Asbestproduktion genauer untersuchen lassen. Keystone

Die Glarner Regierung spricht sich gegen die Einsetzung einer Untersuchungskommission aus. Die Einsetzung der Kommission fordert der Glarner SP-Landrat Marco Kistler in einer Anfang Juni eingereichten Motion.

SP-Landrat Kistler fordert in seiner Motion das Verhalten aller staatlichen Ebenen zu durchleuchten. Die Rolle des Staates bei der Asbestverarbeitung in der Eternit sei völlig ungeklärt. Die Eternit Niederurnen habe bis 1995 in der Produktion von Baumaterial Asbest eingesetzt, schreibt Kistler. Seit 1990 sei aber Asbest in der Schweiz verboten gewesen. Und schon seit 1943 habe man gewusst, dass Asbest Lungenkrebs auslöse.

Die Exekutive räumt zwar ein, dass das Verhalten der staatlichen Organe im Fall Eternit unterschiedlich beurteilt werden könne. Die Verhütung von Berufskrankheiten sei aber schon immer Sache des Bundes gewesen, das Asbestverbot in der eidgenössischen Stoffverordnung verankert.

Eine Untersuchung der Rolle staatlicher Institutionen bei der gesundheitsschädigenden Asbestproduktion in Niederurnen müsse darum die Bundesebene, namentlich die SUVA, einbeziehen. Dies könne der Kanton Glarus nicht verfügen, da Bundesstellen von Kantonen nicht zur Gewährung von Akteneinsicht verpflichtet werden könnten.