Atomendlager an Thurgauer Grenze bleibt in der Auswahl

Die Nagra, die Nationale Genossenschaft für die Lagerung von radioaktiven Atomabfällen, hat entschieden. Sie schlägt Jura Ost und Zürich Nordost als mögliche Standorte für Endlager vor. Die Thurgauer Regierung sagt, sie halte ein Auge darauf.

Blick in ein Atomendlager

Bildlegende: Blick in ein Endlager in rund 500 Metern Tiefe in Morsleben, Deutschland Keystone

Jura Ost und Zürich Nordost: Diese beiden Standorte schlägt die Nagra für die Lagerung sowohl von schwach- und mittelradioaktiven als auch von hochradioaktiven Atomabfällen vor. Vier weitere Gebiete, die ebenfalls für den Bau eines geologischen Tiefenlagers untersucht wurden, dürften damit aus dem Spiel sein.

In diesen Gebieten führte die Nagra seit 2011 geologische und sicherheitstechnische Untersuchungen durch. Der Auftrag bestand darin, mindestens je zwei Vorschläge für hochradioaktive sowie für schwach- und mittelradioaktive Abfälle zu präsentieren.

Alle sechs Standorte wären geeignet

Bei ihren Abklärungen ist die Nagra zum Schluss gekommen, dass alle sechs Gebiete die geforderten geologischen und sicherheitstechnischen Anforderungen erfüllen. Die Standorte Jura Ost und Zürich Nordost wiesen jedoch günstigere Bedingungen auf als die vier anderen. Sie sollen darum in einer dritten Etappe vertieft untersucht werden.

Auf Anfrage der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» reagierte die Thurgauer Regierungsrätin gelassen auf diesen Entscheid. Die Baudirektorin Carmen Haag sagt, wichtig sei, dass am Schluss der beste Standort gewählt wird. Dabei sei nicht wichtig ob das Endlager in Jura Ost oder direkt an der Thurgauer Grenze, in Zürich Nordost eingerichtet würde.