Auch regionale Produkte reisen weit

Regionale Lebensmittel gelten als sympathisch, gesünder als andere und als besser produziert. Dieses Image belegen nicht nur die Verkaufszahlen der Grossverteiler. Das Image bestätigt auch eine Studie einer Marktforschungsfirma. Nur: Wie viel «regional» steckt eigentlich in regionalen Produkten?

Ein Milchproduzent.

Bildlegende: Lokale Milchproduzenten arbeiten für die Migros Ostschweiz. ZVG

Die Studie der Marktforschungsfirma Marketagent.com zeichnet ein deutliches Bild. Rund ein Drittel der Befragten attestieren regional produzierten Produkten ein «sehr gutes» Image, über die Häfte ein «gutes». Zudem finden über 90 Prozent der regional produzierten Produkte wie Eier, Gemüse oder Früchte «besser» oder mindestens ebenso gut wie andere Produkte.

Regional kann auch weit weg sein

Das positive Image schlägt sich in den Verkaufszahlen nieder. Die Migros Ostschweiz konnte den Umsatz für ihre regionalen Produkte im vergangenen Jahr um knapp sieben Prozent steigern. Doch Andreas Bühler, Leiter Kommunikation der Migros Ostschweiz, relativiert auch. «Unser Label der regionalen Produkte garantiert, dass die Produkte aus der Region kommen. Es garantiert nicht, dass die Produkte hochwertiger oder gesünder sind als andere.»

Zudem handle es sich um regionale Produkte, nicht um lokale. Das Einzugsgebiet der Migros Ostschweiz reiche von Schaffhausen bis ins Bündnerland. Es könne also sein, dass die Produkte oder Grundstoffe weite Wege zurücklegten. Schliesslich dürfe «Regionalität» nicht ausschliesslich mit kleinen Produzenten in Zusammenhang gebracht werden. «Regionale Produkte kommen auch aus grossen, lebensmittelverarbeitenden Industrien wie der Micarna in Bazenheid oder der Bina in Bischofszell.»