Auf dem Kastanienwanderweg

In Murg am Walensee wachsen 1850 Edelkastanienbäume. Es ist das drittgrösste Vorkommen in der Schweiz, nach dem Tessin und dem Bergell. Davon profitieren nicht nur Einheimische. Auf dem Kastanienweg darf jeder Kastanien sammeln; vorausgesetzt, die Kastanien liegen am Boden.

Josef Kühne sieht es nicht gerne, wenn jemand mit einem Ast oder Stein versucht, Kastanien von den Bäumen zu holen. «Das schadet dem Baum», sagt der Förster und Präsident des Vereins «Pro Kastanie Murg». Ausserdem seien die Kastanien, die noch am Baum sind, auch noch nicht reif und deshalb meist nicht sehr schmackhaft.

Durch die Äste oder Steine könnten die Bäume kleine Verletzungen an der Rinde bekommen. Diese sind Einschlupflöcher für Schädlinge, wie einen Pilz, der die Bäume absterben lässt.

Die Gallwespe, die in anderen Kastanien-Gebieten, wie dem Tessin, in den letzten Jahren viel Schaden angerichtet hat, wurde bis jetzt in Murg nicht entdeckt. Josef Kühne meint jedoch: «Ich sage nie, wir haben keine, sondern ich sage, wir haben noch keine gesehen.»