Ausserrhoden plant zusätzliches Asylzentrum

Appenzell Ausserrhoden benötigt zusätzliche Unterbringungsplätze für Asylsuchende in einem kantonalen Durchgangszentrum. Nebst dem bisherigen Zentrum Landegg soll der «Sonneblick» in Walzenhausen ab kommendem Jahr als Asylzentrum genutzt werden.

Ausserrhoden benötige mehr Plätze für Flüchtlinge, die aus den Empfangszentren des Bundes kommen und auf die Unterbringung in einer Gemeinde vorbereitet werden, erklärte der Ausserrhoder Landammann Matthias Weishaupt an der Medienorientierung am Donnerstag. Bisher standen dafür 35 Plätze im Durchgangszentrum Landegg in Lutzenberg zur Verfügung, das zusammen mit dem Kanton St. Gallen betrieben wird. Wegen der zu knappen Kapazitäten könnten dort die Asylsuchenden nur noch für einen bis eineinhalb Monate untergebracht werden, schilderte Weishaupt. «Eigentlich sollten sie aber vier bis sechs Monate bleiben können.» Es sei ein glücklicher Zufall gewesen, dass man auf der Suche

nach Alternativen mit der Stiftung Sonneblick in Walzenhausen in Kontakt gekommen sei.

Schon früher Flüchtlinge aufgenommen

Die Stiftung Sonneblick hat bereits ein lange humanitäre Tradition: Gegründet wurde sie 1933 vom bekannten Flüchtlingspfarrer Paul Vogt. Bereits während des Zweiten Weltkriegs und nach dem Aufstand in Ungarn 1956 fanden dort Flüchtlinge Zuflucht.

Heute werden die beiden Gästehäuser von gemeinnützigen und kirchlichen Kreisen für Tagungen und Weiterbildungen genutzt. Angeboten werden aber auch Ferienaufenthalte für Menschen mit Behinderungen oder für Alleinerziehende. Insgesamt waren es bis zu 5000 Übernachtungen pro Jahr.

Kein leichter Entscheid

Der Stiftungsrat habe sich den Entscheid, die Anfrage des Kantons anzunehmen und die Gebäude für eine neue Nutzung zur Verfügung zu stellen, nicht leicht gemacht, erklärte Fredi Züst, Präsident der Stiftung «Sonneblick Walzenhausen». Es sei darüber lange diskutiert worden. Schliesslich sei der Entscheid aber einstimmig gefallen. Ausschlaggebend sei unter anderem gewesen, dass die Stiftungsurkunde, die Institution verpflichte, «dienstbereit zu sein, für alle notleidenden Menschen des In- und Auslandes, die Zuflucht suchen und Hilfe bedürfen», zitierte Züst.

120 Plätze im «Sonneblick»

120 Plätze im «Sonneblick»

Der «Sonneblick» umfasst zwei Gebäude. Es können bis zu 120 Asylsuchende untergebracht werden. Diese werden nach einigen Monaten im «Sonneblick» den Wohnort in die Gemeinden verlegen. Die Kosten für den Betrieb des Asyl-Durchgangszentrums werden möglichst durch die Pauschale des Bundes abgegolten. Geplant ist, das Zentrum Ende Jahr zu eröffnen.