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Ausstellung in Rapperswil-Jona Auf der Suche nach dem Glück in Übersee

Strukturelle Probleme und eine Ernährungskrise verursachten um 1850 eine Emigration aus dem Linthgebiet. Das St. Galler Linthgebiet gehörte in den 1840er-Jahren schweizweit zu den Regionen mit den meisten Auswanderern.

Das Stadtmuseum Rapperswil-Jona zeigt zum Thema eine Ausstellung. Und der Leiter des Museums und Historiker Markus Wüst hat dazu ein Buch geschrieben: «Xaver Suters Reise nach Amerika 1849: Emigration aus dem Gebiet zwischen Walensee und Zürichsee».

SRF News: Was waren die Gründe für die Auswanderung?

Markus Wüst: Die Ursachen in den 1840er-Jahren waren Armut und Ausweglosigkeit Es gab strukturelle Gründe aber auch klimatische. Von 7000 Einwohnern in dieser Zeit emigrierten gut 500. Man muss in dieser Zeit von einem Krisenjahrzehnt sprechen.

Wie konnten sich diese Menschen, wenn sie doch arm waren, eine Reise nach Amerika leisten?

Natürlich konnten diese Menschen die Reise nicht selbst finanzieren. Oft war es so, dass sich die Auswanderungswilligen zu Gruppen zusammengeschlossen haben und einen Antrag bei der Ortsbürgergemeinde gestellt haben mit der Bitte, die Reise zu finanzieren. Die Ortsbürgergemeinde zahlte dann - nicht in jedem Fall - die Reise und finanzierte das mit den Nutzungsrechten, die jeder Bürger bei der Gemeinde besass. Diese Nutzungsrechte verlor dann der Bürger, konnte so aber die Reise finanzieren.

Mit was für Hoffnungen wurde denn Amerika in dieser Zeit verbunden?

Da es in dieser Zeit der Schweiz und weiten Teilen Europas wirtschaftlich schlecht ging, war Amerika für viele eine grosse Chance. Man hatte dort die Möglichkeit eine Farm zu eröffnen, was in der Schweiz kaum möglich war, weil das Land verteilt war.

Das Gespräch führte Peter Schürmann.

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